# taz.de -- Klimaforderungen an neue Bundesregierung: Schneller und konsequenter
       
       > Fridays for Future kritisiert die Sondierungsergebnisse zum Klima – und
       > gibt Hausaufgaben.
       
 (IMG) Bild: Kurz vor der Wahl nochmal Druck gemacht: Luisa Neubauer und Greta Thunberg am 24.9. in Berlin
       
       Berlin taz | Vor den Protesten am Freitag wendet sich die Bewegung Fridays
       for Future (FFF) mit einem Forderungspapier an die neue Bundesregierung.
       „Ein Weiter-so in öko-liberal wird scheitern, wir müssen nun handeln“,
       kritisiert Aktivistin Luisa Neubauer die im Sondierungspapier
       festgehaltenen Absichten der zukünftigen Koalitionäre zur Klimapolitik.
       Regierungsarbeit nur zu „begrünen“ reiche nicht aus.
       
       Die Forderungen der Klimabewegung soll eine mögliche Ampelkoalition in den
       ersten 100 Amtstagen umsetzen. FFF verlangt ein 1,5-Grad-konformes
       CO2-Budget, ein unabhängiger Beirat soll alle Gesetze und Maßnahmen darauf
       untersuchen. Bis 2035 soll Deutschland aus dem Erdgas aussteigen. Bis
       spätestens 2030 soll der Kohleausstieg geschehen, fossile Subventionen
       müssten enden. Verglichen zu 2019 müsse sich der Ausbau erneuerbarer
       Energien versiebenfachen. Ab 2025 will FFF keine Verbrennermotoren mehr
       produziert sehen, auch sollen Neubauten von Autobahnen und Bundesstraßen
       enden. Schließlich müsse Deutschland 14 Milliarden Euro für internationale
       Klimafinanzierung zahlen.
       
       „Wir müssen nun in den Notfallmodus“, sagt Niklas Höhne, Forscher beim
       NewClimate Institute. Deutschland habe Zeit bis 2030, um Klimaneutralität
       zu erreichen. Ansonsten verfehle das Land das 1,5-Grad-Ziel. „Diese
       Bundesregierung hat die letzte Chance, dafür muss sie nun handeln“, sagt
       Höhne. Dafür müssten auch 50 Milliarden Euro jährlich für klimaschädliche
       Subventionen wegfallen.
       
       Das Sondierungspapier blieb unter den Erwartungen von Klimaschützer:innen.
       Ein Energiegeld für Arme kommt nicht, Tempo 30 soll nicht weiter gefördert
       werden, Dienstwagenprivilegien bleiben bestehen. Das Ende des Verbrenners
       kommt erst 2035. Der Kohleausstieg gelingt laut Papier „idealerweise“ 2030.
       SPD, FDP und Grüne schließen zudem ein generelles Tempolimit für Autobahnen
       aus. „Das ist kostenlos, kostet keine Bürokratie, bringt zwei Millionen
       Tonnen CO2 und wäre mal ein deutliches Zeichen“, sagte dazu der
       Astrophysiker Harald Lesch vor Kurzem dem BR.
       
       ## „Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar“
       
       „Wir sagen klar: Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar“, sagt Annika
       Rittmann von FFF Berlin mit Blick auf die Proteste am Freitag. Start ist um
       12 Uhr vor dem Brandenburger Tor. Zwei Tage vor der Bundestagswahl hatte
       FFF im September bei einem globalen Klimastreik mit Hunderttausenden
       demonstriert, in Berlin sprach dabei Greta Thunberg. Sie warf Deutschland
       vor, einer der größten „Klimaschurken“ zu sein.
       
       20 Oct 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nathanael Häfner
       
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