# taz.de -- Ausschreitungen in Südafrika: Aufstand der Armen
       
       > Die Krawalle in Südafrika sind nicht nur der Solidarität mit Ex-Präsident
       > Zuma geschuldet. Der Protest gilt Arbeitslosigkeit und Armut.
       
 (IMG) Bild: Plünderung eines Einkaufszentrums am Montag im Osten von Johannesburg
       
       Von außen erscheint es nur als [1][Chaos]: Seit dem 8. Juli kommt es
       täglich zu mehr Plünderungen, mehr Brandstiftungen, mehr Verletzten und
       Toten. Schon prophezeien Pessimisten das Abgleiten der der wirtschaftlich
       zweitstärksten Nation Afrikas in die Unregierbarkeit.
       
       Richtig ist, dass Südafrika trotz der reichen Bodenschätze, fruchtbarem
       Land und Infrastruktur auch 27 Jahre nach dem Ende der Apartheid unter der
       Regierung der ANC-Partei noch immer weltweit die extremste Kluft zwischen
       Arm und Reich aufweist. Corona hat die Unterschiede noch verschärft. Heute
       leben 60 Prozent der Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums.
       
       [2][Präsident Cyril Ramaphosa] hat sich nicht zu Verurteilungen seines
       Vorgängers hinreißen lassen. Dies ist in einer Demokratie allein Aufgabe
       der Gerichte. Gleichwohl wird er langfristig die Ruhe nur wiederherstellen
       können, wenn er neben der Korruptionsbekämpfung auch deutlicher konkrete
       Schritte zur Überwindung der Armut vorantreibt.
       
       Die lange versprochene Verteilung von Staats- und Privatland, das bislang
       ungenutzt ist, hätte mehr als Symbolwert, denn die gegenwärtigen Unruhen
       werden die Hungersnot noch verstärken. Mit dieser Not, die Millionen
       Menschen leiden lässt, spielen die [3][Anhänger von Expräsident Jacob Zuma]
       und versuchen, auch die eigene korrupte Vergangenheit zu kaschieren, wenn
       sie Ramaphosa als „Verteidiger des weißen Monopolkapitals (WMC)“
       brandmarken.
       
       Tochter Duduzile Zuma hat via Twitter inzwischen offen zu seinem Mord
       aufgerufen. Sie stört es auch nicht, wenn mühsam erreichte Erfolge im Kampf
       gegen Corona durch das Inbrandsetzen von Impfzentren zunichte gemacht und
       keinerlei Lockdown-Regeln beachtet werden.
       
       Die basisorientierte Organisation der „[4][Menschen, die in Hütten wohnen]“
       (auf Zulu: Abahlali baseMjondolo) bringt es auf den Punkt, wenn sie die
       Unruhen auf die Armut zurückführt, nicht auf die Solidarität mit Zuma. Es
       geht um Lebensmittel für die Menschen in Südafrika, um Arbeit und um Land.
       
       15 Jul 2021
       
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 (DIR) Lutz van Dijk
       
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