# taz.de -- Kinotipp der Woche: Der Horror von Wald und Hase
       
       > Endlich wieder auf großer Leinwand: die Sommerausgabe der Fantasy
       > Filmfests gibt einen Überblick über die aktuelle Filmproduktion des
       > Fantastischen.
       
 (IMG) Bild: „Gaia – Grüne Hölle“, Südafrika 2021, von Jaco Bouwer​
       
       Fröhlich fliegt die Drohne ihres Weges durch den Wald als sie vor einem
       Mann inne hält. Der Mann streckt einen Arm aus, die Drohne weicht zurück.
       Dann holt der Mann die Drohne aus der Luft. Die Wildhüter Gabi und Winston,
       die die Wildtierkameras vom Fluss aus überprüfen, verfolgen die Aufnahme
       aus dem Boot. Trotz Winstons Vorbehalten macht Gabi sich auf den Weg, um
       die Drohne wieder zu holen.
       
       Als Gabi im Wald in eine Falle tritt und sich den Fuß verletzt, kann sie
       sich nur noch in eine nahegelegene Hütte retten. Dort leben die beiden
       Aussteiger Barend und Stefan. Barend begrüßt Gabi mit dem Satz „Du hast
       unsere Falle kaputt gemacht.“
       
       Unterdessen ist Winston auf der Suche nach ihr. Während er im Wald umher
       irrt, wird er von einem Wesen angegriffen. In einer Reihe von Träumen
       erahnt Gabi die Gefahr, die vom Urwald ausgeht. Wenige Tage später treten
       erste Pflanzenteile auf ihrem Arm auf. Der Wald durchdringt alles. [1][Der
       südafrikanische Ökothriller „Gaia“] ist Teil der [2][diesjährigen Fantasy
       Filmfest Nights XL].
       
       Die vergrößerte Edition der Fantasy-Filmfest-Sommernächte gibt auch in
       diesem Jahr wieder einen Überblick über die aktuelle Filmproduktion des
       Fantastischen. Den Schwerpunkt unter den 17 Filmen bilden englischsprachige
       Produktionen, ergänzt um „Gaia“, die beiden südkoreanischen Produktionen
       „[3][Seobok]“ und „[4][Voices of Silence]“ und den [5][französischen
       Sommerhorrorfilm „Kandisha]“.
       
       In „[6][Bad Hair]“ überträgt US-Regisseur Justin Simien, Schöpfer der
       Erfolgsserie „Dear White People“, das Erfolgsrezept seiner Serie,
       Identitätsfragen massenkompatibel und ohne jemandem auf die Füße treten zu
       wollen, auf den Horrorfilm.
       
       Die junge Fernsehproduzentin Anna wurde bei Culture, dem Fernsehsender für
       den sie arbeitet, immer übergangen. Als eine neue Programmleiterin den
       Sender brachial umbauen soll, bietet sich ihr überraschend eine Chance.
       Einziges Hindernis: Annas Haar. Die Programmleiterin gibt ihr die Adresse
       eines Luxus-Haarsalons. Was Anna bekommt, ist weit mehr als eine neue
       Frisur.
       
       Ein trommelnder Hase ist der Horrorindikator in [7][Damien Mc Carthys
       Langfilmdebüt „Caveat“]. Mc Carthy etabliert die Prämisse seines Films ohne
       viel Gefackel. Barret bittet den von einem Unfall gebeutelten Isaac auf die
       Tochter seines toten Bruders aufzupassen. Bevor die Details weiter geklärt
       sind, geht es los zu einem verlassenen Haus, auf einer Insel, oh, und
       übrigens: Isaac muss einen Harness mit einer Kette tragen, während er im
       Haus ist.
       
       Mit beeindruckend geringem Aufwand, minimalem Budget und einem Cast von
       vier Personen entfaltet Mc Carthy Nervenkitzel. Selbst der trommelnde Hase
       findet seinen Platz. Was zunächst nervige, ironische Referenzen befürchten
       lässt, erweist sich als eines der Elemente, mit denen Mc Carthys schräger
       Humor seinen Weg in den Film findet.
       
       Die Fantasy Filmfest Nights XL sind eine schöne Gelegenheit sich nach
       langer Zeit endlich wieder einmal von Fantastischem auf großen Leinwänden
       fesseln zu lassen und im Kinosaal gemeinsam zusammenzuzucken vor Spannung.
       Schon Shakespeare wusste schließlich: Sommernächte sind Fantasynächte.
       
       19 Jun 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.fantasyfilmfest.com/dt-film/Gaia.html
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 (DIR) [7] http://www.fantasyfilmfest.com/dt-film/Caveat.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Fabian Tietke
       
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