# taz.de -- Streit bei der Linken im Saarland: Im Modus der Selbstzerstörung
       
       > Während sich im Saarland die Linken-Politiker Lafontaine und Lutz
       > bekriegen, schaut die Bundespartei tatenlos zu. Das könnte sich als
       > folgenschwer erweisen.
       
 (IMG) Bild: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Spitzenkandidaten der Linken im Saarland: Thomas Lutze
       
       Oskar Lafontaine ruft [1][zum Wahlboykott auf]. Denn der Spitzenkandidat
       der Saar-Linken [2][sei unwählbar]. Das ist für die Linkspartei
       brandgefährlich. Lafontaine war im Saarland ja stets Garant für gute
       Wahlergebnisse. In einer aktuellen Umfrage liegt die Linke dort bei 14
       Prozent.
       
       Selbst sein Widersacher, der Landesvorsitzende Thomas Lutze, bescheinigt
       der Landtagsfraktion unter Lafontaines Vorsitz hervorragende Arbeit. Wenn
       der jetzt vor Lutze warnt und ihn als Betrüger beschimpft, könnte das das
       Ende beider Karrieren einleiten.
       
       Der Bundestagsabgeordnete Lutze hat zwar die Kandidatenkür gewonnen. Doch
       nach der Schlammschlacht der beiden Lager ist er angezählt. Die
       Staatsanwaltschaft ermittelt und könnte Anklage erheben. Die
       Landeswahlleiterin hatte bereits vor vier Jahren die von Lutze angeführte
       Landesliste wegen Manipulationsverdachts nur unter schweren Bedenken
       zugelassen.
       
       Auch damals hatten die verfeindeten Lager alles riskiert, sogar die
       Nichtzulassung der Partei und damit einen Verlust aller Wählerstimmen im
       Saarland. Verluste der Saar-Linken könnten diesmal bei der Bundestagswahl
       entscheidend sein. Die Linke steht im Bund am Abgrund und kämpft mit der
       Fünfprozenthürde. Doch Lafontaine und Lutze [3][kümmert das Wohl der Partei
       nur noch am Rande]. Es geht um Macht, verletzte Eitelkeit und Posten.
       Lafontaine ist inzwischen eine tragische Figur.
       
       Recht hat er allerdings mit seiner Kritik an der Bundespartei. Denn
       Anzeichen, dass im saarländischen Landesverband Rechtsbruch an der
       Tagesordnung ist, gibt es schon lange. Vor Jahren hat der Vorsitzende der
       Landesschiedskommission öffentlich den Parteiausschluss einer unliebsamen
       Landtagsabgeordneten gefordert – und anschließend deren Ausschluss
       persönlich verhandelt. Später wurde Mitgliedern des Landesvorstands der
       Zugang zur Mitgliederkartei und der Beitragsabrechnung verwehrt. All das
       waren Alarmzeichen.
       
       Das Karl-Liebknecht-Haus hätte viel früher eingreifen müssen. Falls die
       Linkspartei im Herbst an der Saar patzt, trägt auch die Bundespartei
       Verantwortung.
       
       9 Jun 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/lafontaine-linkspartei-101.html
 (DIR) [2] https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/lafontaine_raet_von_linken-wahl_ab_100.html
 (DIR) [3] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-linke-politiker-kritisieren-oskar-lafontaine-wegen-aufruf-zur-nichtwahl-a-2c5b3a25-5825-4a7c-a0ae-ebcc6af6664a
       
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 (DIR) Christoph Schmidt-Lunau
       
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