# taz.de -- Humboldt Forum eröffnet peu à peu: Programm auf 30.000 Quadrametern
       
       > Die vier Hauptakteure der neuen Kunst-, Kultur- und
       > Wissenschaftsinstitution informierten über die ersten Schritte der
       > Humboldt-Forum-Werdung.
       
 (IMG) Bild: Das Foyer des Humboldt Forum mit Kosmograph (Medienturm)
       
       Am 17. Dezember ist es so weit: Endlich, mit über einjähriger Verspätung,
       kann sich das Volk im wiederauferstandenen Schloss fröhlich tummeln.
       Zumindest im Keller, im Foyer, im Erdgeschoss und im Treppenhaus, wo erste
       Präsentationen zur Geschichte des Ortes und zu den Brüdern Humboldt als
       Namensgeber des Hauses gezeigt werden.
       
       Die Geschmackselite wird weiterhin einen angewiderten Flunsch ziehen, ob
       der unnötigen historischen Rekonstruktion, deren prächtige Fassade in
       erschreckendem Gegensatz zur Innenausstattung steht, wo man mit
       geringstmöglichem Materialeinsatz Wertigkeit vorzutäuschen sucht. Direkt
       von der James-Simon-Galerie sollte man jedenfalls nicht ins Humboldt Forum
       gehen, der Qualitätsunterschied ist eklatant.
       
       Nun ist das Humboldt Forum ja nicht das Schloss, in dem es sitzt, [1][um
       dessen Revival zu legitimieren]. Bleibt also abzuwarten, wie es im
       kommenden Jahr seine Form entwickelt. „Wir werden Humboldt Forum“, auf
       diesen Merksatz ist sein Erfinder, Generalintendant Hartmut Dorgerloh, auf
       der Pressekonferenz am Mittwochvormittag denn auch sichtlich stolz. Er
       präzisiert ihn dahingehend, dass er hoffe, anders als das Schloss möge das
       Humboldt Forum nie wirklich fertig werden, sondern sich stetig
       weiterentwickeln.
       
       ## 53 Millionen Euro vom Bund für die erste Saison
       
       Das wird teuer. Darüber darf man sich keine Illusionen machen. Für die
       kommende Saison sind im Bundeshaushalt 53 Millionen Euro eingestellt.
       Danach wird diese Summe längst nicht mehr reichen.
       
       Am 7. Januar startet im ersten Obergeschoss das Humboldt Labor der
       gleichnamigen Universität mit der interaktiven Ausstellung „Nach der
       Natur“, die von der „Krise der Natur“ handelt, wie Sabine Kunst,
       Präsidentin der Humboldt Universität (HU), auf der Pressekonferenz
       unzweideutig feststellte.
       
       Dann geht es quasi Schlag auf Schlag. Am 16. Januar eröffnet die
       Ausstellung „Berlin Global“ von Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum
       Berlin. Letzteres ist neben der HU, den Staatlichen Museen zu Berlin (SMB),
       der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) der vierte Akteur im Schloss.
       Berlin soll hier anhand von sieben Themenbereichen dingfest gemacht werden,
       wobei der Akzent auf den Verbindungen der Stadt mit der Welt liegt.
       
       ## Statt September 2019 nun Mai 2021
       
       Ebenfalls im Januar werden im Saal 3 die Dialog- und Vortragsformate
       gestartet, womit das Haus tatsächlich ein Forum werden soll. Im April dann
       eröffnen die Werkräume im ersten Obergeschoss mit einem vielfältigen
       Bildungs- und Wissenschaftsprogramm auf einer Fläche von 1.000
       Quadratmetern.
       
       Die ursprünglich für September 2019 angekündigte „Elfenbeinausstellung“
       eröffnet nun unter dem Titel „Schrecklich schön. Elefant – Mensch –
       Elfenbein“ am 13. Mai 2021 im ersten Obergeschoss. Im Juni erfolgt die in
       Berlin inzwischen unvermeidliche Einweihung des Hauses durch Tänzer*innen
       der Stadt, bevor das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische
       Kunst schließlich im September 2021 ihre Sammlungspräsentationen auf der
       zweiten und dritten Etage auf der Westseite des Schlosses öffnen werden.
       
       7 Oct 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Streit-ums-Humboldtforum-in-Berlin/!5416888
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Brigitte Werneburg
       
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