# taz.de -- AfD mobilisiert für Anti-Corona-Demo: Aufrufen ja, demonstrieren nein
       
       > Die AfD-Spitze ruft zur geplanten „Hygienedemo“ am Samstag auf.
       > Mitmarschieren werden Parteichef Chrupalla und Fraktionschefin Weidel
       > aber wohl nicht.
       
 (IMG) Bild: Da war Alice Weidel noch dabei: AfD-Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Stuttgart am 24. Mai
       
       Berlin taz | Schon seit einer Weile versucht die [1][AfD], sich an den
       Protest gegen die Coronabeschränkungen anzuhängen und daraus politisches
       Kapital zu schlagen. Bislang [2][mit mäßigem Erfolg]. Jetzt versuchen es
       einige Mitglieder der Parteispitze nochmals offensiv – zumindest in den
       sozialen Netzwerken.
       
       Parteichef Tino Chrupalla, die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Alice
       Weidel und AfD-Vize Stephan Brandner rufen dazu auf, am Samstag an der
       bundesweiten Demonstration mit dem Titel „Versammlung für die Freiheit“ in
       Berlin teilzunehmen. „Am 29. August in Berlin – couragiert und
       demokratisch“, heißt es bei Chrupalla, „mutig und absolut begrüssenswert“
       bei Weidel, „nix wie hin, Freunde“ bei Brandner.
       
       Mit der eigenen Beteiligung aber sieht es dünn aus. Weidel sei nicht in
       Berlin, erfuhr die taz auf Nachfrage. Chrupalla teilte mit, er sei in
       Urlaub und werde es wohl nicht schaffen. Nur Brandner antwortete, er werde
       „wahrscheinlich“ teilnehmen. Die Stuttgarter Initiative Querdenken 711 hat
       die Demonstration angemeldet.
       
       Schon zuvor hatte der rechtsextreme Thüringer Landes- und Fraktionschef der
       AfD und bisherige „Flügel“-Anführer Björn Höcke in einem Video zur
       Teilnahme aufgerufen: „Kommen Sie zahlreich“, heißt es darin. Auch sein
       Vertrauter, der Kleinverleger Götz Kubitschek, mobilisiert: „Kaum jemand
       aus meinem weiteren Umfeld wird zuhause bleiben, fast jeder wird sich auf
       den Weg machen“, schreibt er auf sezession.de.
       
       ## Straßenbesetzung geplant
       
       Am Ende lässt Kubitschek auch weiterführende Pläne für den kommenden
       Samstag durchblicken. „Und wer weiß, ob es nicht notwendig werden könnte,
       die Nacht im Freien zu verbringen und das zu tun, was immer schon ein Traum
       war: den Protest zu verstetigen.“
       
       Demo-Anmelder Michael Ballweg hatte dies bereits etwas deutlicher
       ausgedrückt: Man werde die Straße des 17. Juni nach dem Ende der Kundgebung
       nicht räumen, sondern bis zu 14 Tage lang besetzen. Die Berliner Polizei
       bestätigte, dass inzwischen eine Anmeldung zu einer Kundgebung täglich vom
       30. 8. bis zum 14. 9. mit 22.500 TeilnehmerInnen auf der Straße des 17.
       Juni eingegangen sei. „Sie wird derzeit geprüft“, so ein Sprecher.
       
       Bei der ersten Großdemonstration am 1. August hatte die Polizei die
       Abschlusskundgebung aufgelöst, nachdem [3][stundenlang massenhaft gegen
       Abstands- und Hygieneauflagen verstoßen wurde]. Diese Auflagen gelten auch
       am kommenden Samstag. Die Polizei kündigte einen größeren Einsatz an. Die
       Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ erwartet unter den DemonstrantInnen
       auch „Anhänger von Verschwörungserzählungen, Rassisten, Islamfeinde,
       Antisemiten, Holocaustleugner und extreme Rechte“. Zahlreiche
       Gegenveranstaltungen sind geplant.
       
       24 Aug 2020
       
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