# taz.de -- US-Gericht bewilligt Giftspritze: Erste Hinrichtung seit 17 Jahren
       
       > Daniel Lee wurde in den USA zum Tode verurteilt. Zuerst sollte die
       > Vollstreckung verschoben werden, nun wird Lee doch hingerichtet.
       
 (IMG) Bild: Gegen staatliches Töten: In den USA protestieren Menschen gegen die Hinrichtung von Daniel Lee
       
       Washington afp | Das Oberste Gericht der USA hat grünes Licht für die
       Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene gegeben. Die Richter
       nahmen am Dienstag die einstweilige Verfügung einer unteren Instanz zurück,
       welche die erste Vollstreckungen der Todesstrafe auf Bundesebene seit 17
       Jahren zunächst verzögert hatte. Nach der Entscheidung kann das Todesurteil
       gegen den verurteilten Mörder Daniel Lee und drei weitere Menschen
       vollstreckt werden.
       
       Die Entscheidung des unteren Gerichts war am Montag zwei Stunden vor der
       angesetzten Hinrichtung des 47-jährigen Lee per Giftspritze erfolgt. Die
       Richterin Tanya Chutkan hatte mit möglichen Schmerzen durch den Einsatz von
       Pentobarbital für die tödlichen Injektionen argumentiert. Mehrere Gerichte
       hatten den Einsatz des Giftes zuletzt genehmigt.
       
       Ein Berufungsgericht hatte die Entscheidung Chutkans zunächst bestätigt.
       Das Oberste Gericht befand die Aussetzung der Vollstreckung in letzter
       Minute nun jedoch als nicht gerechtfertigt und hob die einstweilige
       Verfügung auf, damit die „Hinrichtungen wie geplant durchgeführt werden
       können“.
       
       Lees Hinrichtung wäre die erste auf US-Bundesebene seit dem Jahr 2003. Er
       war 1999 wegen der Ermordung eines Ehepaares und dessen achtjähriger
       Tochter zum Tode verurteilt worden. Die Regierung von US-Präsident Donald
       Trump hat im Laufe des Sommers drei weitere solcher Exekutionen vorgesehen.
       
       ## Die angehörige Großmutter ist gegen die Hinrichtung
       
       Angehörige von Lees Mordopfern, darunter die Großmutter des achtjährigen
       Mädchens, hatten vergangene Woche mit Blick auf die Gesundheitsgefährdung
       durch die Corona-Krise ebenfalls eine Verschiebung der Hinrichtung
       beantragt. Die Großmutter hatte sich zuvor bereits grundsätzlich gegen die
       Hinrichtung ausgesprochen.
       
       Ein Berufungsgericht gab dem Antrag am Wochenende aber nicht statt. Der
       Oberste Gerichtshof bestätigte die Ablehnung.
       
       Die meisten Kriminalfälle in den USA werden vor Gerichten in den einzelnen
       Bundesstaaten verhandelt, einige Prozesse finden allerdings vor
       Bundesgerichten statt. Darunter fallen Hassverbrechen, eine Reihe besonders
       schwerer Verbrechen sowie Straftaten, die auf militärischen Einrichtungen
       oder in Reservaten der indigenen Bevölkerung geschehen.
       
       Seit 1988 hat es lediglich drei Vollstreckungen der Todesstrafe auf
       Bundesebene gegeben. Die Entscheidung von Präsident Trump, nach 17 Jahren
       erneut damit zu beginnen, hatte international Kritik ausgelöst. Auch von
       den Bundesstaaten vollstrecken nur noch wenige Hinrichtungen, die meisten
       davon im Süden der USA. Im Jahr 2019 wurden auf diese weise 22 Menschen
       getötet.
       
       14 Jul 2020
       
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