# taz.de -- Club der 19 Finanzminister: Eurogruppe braucht neuen Chef
       
       > Der Chef der mächtigen Eurogruppe, Mário Centeno, legt sein Amt nieder –
       > verschlissen von zähen Grabenkämpfen.
       
 (IMG) Bild: Geht: Eurogruppen-Präsident Mário Centeno
       
       taz | Brüssel Die Eurogruppe braucht einen neuen Chef. Der Portugiese Mário
       Centeno, der den mächtigen Club der 19 Finanzminister der Eurozone bisher
       führte, will nicht mehr weitermachen. „Mein Mandat endet am 12. Juli. Von
       diesem Tag an wird es einen neuen Präsidenten der Eurogruppe geben“, sagte
       Centeno am Donnerstag in Brüssel.
       
       Als mögliche Nachfolger werden die spanische Finanzministerin Nadia
       Calviño, der Luxemburger Pierre Gramegna und der Ire Paschal Donohoe
       gehandelt. Allerdings würden es viele in Brüssel lieber sehen, wenn die
       Gruppe künftig nicht mehr in einer Art „Teilzeit“ von einem nationalen
       Politiker, sondern von einem hauptamtlichen „europäischen“ Präsidenten
       geführt würde.
       
       Centeno war erst seit Dezember 2017 auf dem Posten, der im EU-Vertrag
       ebenso wenig vorgesehen ist wie die Eurogruppe selbst. Es handelt sich um
       ein informelles Gremium, in dem traditionell die Deutschen den Ton angeben.
       Der Portugiese hatte es von Anfang an schwer, da er nicht auf einer Linie
       mit dem Bundesfinanzministerium in Berlin lag.
       
       [1][Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwar etwas entspannt. Denn Berlin
       hat seinen harten Sparkurs aufgegeben und ist auf eine antizyklische
       Fiskalpolitik eingeschwenkt, die sogar die Aufnahme von EU-Schulden möglich
       macht.] Doch zuvor hatte sich Centeno in zähen Verhandlungen über ein neues
       Eurobudget verschlissen. Auch der wochenlange Streit über ein 540
       Milliarden Euro schweres Rettungspaket wegen der Coronakrise hat Spuren
       hinterlassen. Immerhin brachte Centeno eine schnelle Einigung zustande.
       
       Sein Nachfolger muss sich nun um den 750 Milliarden Euro schweren
       Wiederaufbaufonds kümmern, den die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Damit
       beginne „ein neuer Zyklus für die Eurogruppe“, sagte er. Das letzte Wort
       haben allerdings die Staats- und Regierungschefs der EU. Der Chef der
       Eurogruppe darf nur die mühsame Feinarbeit machen.
       
       11 Jun 2020
       
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