# taz.de -- Gerichtsverfahren gegen Linke in Hamburg: Eisige Stimmung im Parkbank-Prozess
       
       > Verteidigung und Staatsanwaltschaft streiten im G20-Prozess gegen die
       > Drei von der Parkbank um störungsfreien Ablauf.
       
 (IMG) Bild: Unterstützer*innen der „Parkbankcrew“ vor dem Gericht
       
       Hamburg taz | Die Entscheidung hatte noch ausgestanden: Bei einem
       umfangreichen Verfahren kann die Verteidigung beantragen, dass das Gericht
       jedem Angeklagten zwei Pflichtverteidiger*innen zuordnet statt eine*r. Das
       Verfahren gegen die [1][Drei von der Parkbank] ist umfangreich, aber nach
       Ansicht des Oberlandesgerichts (OLG) nicht umfangreich genug – am Mittwoch
       entschied das OLG, dass je ein Pflichtverteidiger reiche. Den zweiten
       Verteidiger müssen die Angeklagten selbst zahlen.
       
       Seit vergangenem Mittwoch verhandelt das Landgericht gegen drei junge
       Menschen, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, sich am zweiten
       G20-Jahrestag für [2][Brandstiftungen verabredet zu haben]. Polizist*innen
       hatten sie auf einer Parkbank in Hamburg-Eimsbüttel mit Brandsätzen
       festgenommen.
       
       Am Donnerstag ging die Verhandlung in die zweite Runde. Die rund 60
       Zuschauer*innen begrüßten die drei Angeklagten, von denen zwei seit Juli in
       U-Haft sitzen, mit Applaus. Die Angeklagten winkten und begrüßten einander
       und ihre Verteidiger*innen mit herzlichen Umarmungen.
       
       Derweil wird die Stimmung zwischen der Verteidigung und den beiden
       Staatsanwälten zunehmend eisig. Der Generalstaatsanwalt Ralf Schakau
       bemängelte am Donnerstag Zwischenrufe aus dem Publikum und forderte die
       Richterin zur Abmahnung auf. „Das Publikum hat aufzustehen, wenn die
       Vorsitzende Richterin den Saal betritt“, beschwerte er sich außerdem.
       
       ## Deeskalation fördere extremistische Taten
       
       Der Verteidiger Alexander Kienzle forderte Schakau daraufhin auf, nicht den
       Ablauf zu stören, der Prozess brauche dringend Deeskalation. Schakau
       erwiderte: „Genau diese Art Deeskalation ist es, die den Nährboden für
       extremistische Taten bereitet!“
       
       Der Prozesstag endete mit dem Antrag der Verteidigung, beim nächsten Termin
       festzustellen, ob sich [3][Undercover-Polzist*innen] oder
       Geheimdienstler*innen zur Prozessbeobachtung im Publikum befinden.
       
       16 Jan 2020
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Schipkowski
       
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