# taz.de -- Gewerkschaftstag der IG Metall: Hundekrawattenträger unerwünscht
       
       > Mit deutlichen Worten bezieht Deutschlands größte Gewerkschaft Stellung
       > gegen rechts. IG Metall-Chef Hofmann: „Wer hetzt, der fliegt.“
       
 (IMG) Bild: Kann trotz Faible für Vierbeiner-Stickereien bei der IG Metall nicht punkten: Alexander Gauland
       
       Nürnberg taz | Mit einer unmissverständlichen Abgrenzung gegen Rechts hat
       sich am Montag der Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg konstituiert.
       „Wer hetzt, der fliegt – aus dem Betrieb und aus der IG Metall“, sagte der
       Erste Vorsitzende Jörg Hofmann in seinem mündlichen Geschäftsbericht.
       
       Rechte Betriebsgruppen wie das „Zentrum Automobil“ bei Daimler würden auf
       Ausgrenzung, Zukunftsverweigerung und Hetze setzen. Dabei agierten sie
       „sehr professionell, finanziert von Hintermännern der rechtsradikalen und
       faschistoiden Netzwerke“, warnte Hofmann. Demgegenüber sei er „stolz“, dass
       die IG Metall „auch in einem schwierigen Umfeld klare Kante zeigt, wenn es
       um die gesellschaftlichen Grundwerte von Demokratie, Würde und Freiheit
       geht“.
       
       Menschen mit Migrationsgeschichte seien „selbstverständlicher Teil unserer
       [1][IG Metall]“, sagte die Zweite Vorsitzende Christiane Benner unter
       großem Applaus. So wachse die Gewerkschaft auch bei Mitgliedern ohne
       deutschen Pass, darunter etliche geflüchtete Kolleg:innen. „Diese Vielfalt
       macht uns stark“, so Benner. „Wir lassen uns nicht spalten – weder von
       Hundekrawattenträgern, noch von Politikern mit Nazi-Vergangenheit und
       Nazi-Vokabular“, sagte sie mit Blick auf die AfD, ohne die Partei
       namentlich zu erwähnen.
       
       ## Vielfalt ist bereichernd
       
       „Es widert mich an, wie einige versuchen, auf den Flammen der
       Zukunftsängste der Menschen ihre braune Suppe zu kochen“, sagte das
       geschäftsführende Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Für die IG Metall
       sei ethnische und kulturelle Vielfalt „kein Ballast, sondern
       Lebenselexier“.
       
       Dem Treiben von Rechtsextremist:innen und -populist:innen würde die IG
       Metall „nicht nur mit Worten, sondern auch mit Aktivitäten vor Ort“
       entgegentreten, sagte Hauptkassierer Jürgen Kerner. So sei die Gewerkschaft
       seit 2011 bei der Initative [2][„Respekt!] Kein Platz für Rassismus“
       engagiert und habe 2016 die Trägerschaft übernommen.
       
       „1,8 Millionen Euro haben wir seit 2015 in die antirassistische Arbeit der
       Initiative investiert“, sagte Kerner. Ebenfalls finanziere die IG Metall
       eine Beratungsstelle für Geflüchtete, die inzwischen Ansprechpartnerin für
       über 1.000 geflüchtete und zugewanderte Menschen sei.
       
       ## Scharfe Trennlinie
       
       Mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern ist die IG Metall die größte
       Einzelgewerkschaft Europas. Sie vertritt Beschäftigte aus der
       Stahlproduktion, dem Metallhandwerk, der Elektrotechnik, dem Heizungsbau,
       der Holzverarbeitung, der Textilindustrie und ebenso IT-Expert:innen. Der
       alle vier Jahre stattfindende Gewerkschaftstag ist das höchste
       beschlussfassende Organ der IG Metall.
       
       Unter dem Motto „Miteinander für morgen – solidarisch und gerecht“
       entscheiden bis zum kommenden Samstag knapp 490 Delegierte über die
       Arbeitsschwerpunkte der nächsten Jahre. Am Dienstag stehen die Wahlen für
       den Vorstand auf dem Programm.
       
       Unter den rund 800 Anträgen, mit denen sich die Delegierten ab Mittwoch
       befassen, befinden sich gleich mehrere zum Umgang mit rechten
       Organisationen – allesamt mit der Zielrichtung einer scharfen Trennlinie.
       So heißt es in dem entsprechenden Entschließungsantrag, den der Vorstand
       vorgelegt hat: „Der Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus,
       Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung ist und bleibt eine
       zentrale Aufgabe für alle Metaller:innen – eine Aufgabe, die wir auf allen
       Ebenen unseres Handelns mit lauter und vereinter Stimme angehen.“
       
       7 Oct 2019
       
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