# taz.de -- Kommentar zu Batterie-Bussen: Nicht der Wahrheit letzter Schluss
       
       > Busse müssen in jedem Fall batteriebetrieben fahren, ist das Credo der
       > grünen Berliner Verkehrspolitik. Ob das wirklich so vernünftig ist?
       
 (IMG) Bild: Sauber im Betrieb, ja – aber auch bei der Herstellung?
       
       In den kommenden Monaten werden wir noch eine Menge Spaß mit den neuen
       Batteriebussen der BVG haben. Nicht auszuschließen, dass die teuren Dinger
       hin und wieder mal liegen bleiben oder gleich das Depot hüten müssen, weil
       der Akku bei Kälte unerwartet schnell schlapp macht. Auch mediale Häme über
       die mit Diesel betriebenen Heizungen der langen Gelben ist programmiert.
       
       Trotzdem stehen die Grünen und allen voran ihre Verkehrssenatorin
       felsenfest zur Grundsatzentscheidung, auf die Batterie als „Leittechnik“ zu
       setzen, wie Regine Günther gerade wieder betont hat (s. Kasten). Wobei aus
       dem Interview eine gewisse fachliche Unsicherheit klingt: Denn die
       Wasserstofftechnologie, der die Senatorin den Elektroantrieb
       gegenüberstellt, ist auch bei Personenbussen immer die Brennstoffzelle. Die
       aber liefert nichts anderes als Energie für einen Elektroantrieb.
       
       Auch die Brennstoffzelle hat ihre Probleme, unter anderem bei Preis und
       Wirkungsgrad. Schaut man aber auf die Risiken und Nebenwirkungen der
       tonnenschweren Stromspeicher, die so ein Batteriebus mitschleppt, erscheint
       das mit der „Leittechnik“ in eher fahlem Licht: Für deren [1][Hunger nach
       Lithium oder Kobalt] werden in Südamerika und anderswo ganze Ökosysteme
       aufs Spiel gesetzt, und bald werden uns die Halden ausgedienter Batterien
       über den Kopf wachsen, die nicht so leicht recycelbar sind wie die AA aus
       der Küchenuhr.
       
       Günther sollte deshalb darüber nachdenken, ob sie den „Predigern“ von
       Technologieoffenheit – die unter anderem an ihrer eigenen Basis sitzen –
       nicht noch mal etwas genauer zuhört. Und den ExpertInnen im eigenen Haus,
       die hybride Oberleitungsbusse favorisieren, auch.
       
       Diese Technologie kann den Batteriebedarf nämlich stark reduzieren. Obwohl
       sie im aktuellen Nahverkehrsplan des Senats favorisiert wird, behandelt die
       Spitze der Senatsverwaltung sie eher stiefmütterlich. Eine für die erste
       Jahreshälfte versprochene Machbarkeitsstudie etwa lässt weiter auf sich
       warten.
       
       18 Aug 2019
       
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