# taz.de -- Frauenstreik am 8. März: Laut sein, sichtbar machen
       
       > Am Freitag sind bundesweite Aktionen geplant. Auch Journalistinnen rufen
       > zum Streik gegen ungerechte Arbeits- und Geschlechterverhältnisse auf.
       
 (IMG) Bild: In über 40 Städten wollen Frauen am 8. März streiken und ihre Arbeit niederlegen
       
       Berlin taz | „Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still“ – mit
       diesem Slogan wollen am Freitag [1][bundesweit Frauen und Queers*] in den
       Streik treten. Bündnisse gebe es in mehr als 40 Städten, sagte Initiatorin
       Kerstin Wolter der taz, darunter Hamburg, München, Berlin, Freiburg,
       Bremen, Göttingen und Jena. „Die Dynamik ist groß“, sagte Wolter, momentan
       sei überhaupt nicht einschätzbar, wie viele Frauen streiken oder auf die
       Straße gehen werden. Beim bisher letzten bundesweiten Frauenstreik 1994
       seien es schätzungsweise rund eine Million gewesen. „Das wäre eine Marke,
       die ich mir wünschen würde“, sagte Wolter.
       
       Der Arbeitsbegriff der Streikenden bezieht sich nicht nur auf Lohnarbeit,
       sondern will auch Arbeit sichtbar machen, die oft von Frauen erledigt wird,
       aber weitgehend unsichtbar bleibt, also beispielsweise [2][Haushalts- oder
       Care-Arbeit wie Kinderbetreuung]. Aufgerufen wird deshalb nicht nur dazu,
       der Lohnarbeit fern zu bleiben, sondern auch dazu, Hausarbeit liegen zu
       lassen.
       
       Die Forderungen der Streikenden sind unter anderem [3][Wertschätzung von
       Care-Arbeit], [4][Abschaffung der Paragraphen 218 und 219a], gleiche Rechte
       für alle Geschlechter und ein besserer Schutz vor sexualisierter Gewalt.
       Die Formen, mit denen gestreikt werden soll, sind vielfältig: Allein in
       Berlin etwa, wo der [5][8. März dieses Jahr zum ersten Mal ein Feiertag
       sein wird], gibt es zwei größere Demos und Frühstücke, Bettlaken sollen aus
       Fenstern gehängt werden, Kundgebungen und Konzerte stattfinden.
       
       Bundesweit wollen Frauen um fünf Minuten vor zwölf ihre Stühle auf die
       Straße stellen und mit Transparenten deutlich machen, wofür oder wogegen
       sie streiken. Um 17 Uhr soll es eine Aktion geben, die auch diejenigen
       anspricht, die weniger gut Deutsch sprechen: Beim „globalen Aufschrei“ soll
       durch Schreien auf Arbeitskämpfe, fehlenden Klimaschutz oder
       Kinderbetreuung aufmerksam gemacht werden. Die im Deutschen
       Gewerkschaftsbund organisierten Gewerkschaften, sagte Wolter, riefen wegen
       der rechtlichen Lage hierzulande zwar nicht zum Streik auf – politisch
       motivierte Arbeitsniederlegungen sind in der Bundesrepublik nicht zulässig.
       Sie erklärten sich aber zumindest solidarisch, so Wolter.
       
       ## Journalistinnen starten einen Streikaufruf
       
       In einem [6][eigenen Aufruf haben sich Journalistinnen zusammengetan], um
       gegen ungerechte Arbeits- und Geschlechterverhältnisse im Journalismus
       mobil zu machen. Die rund 80 Erstunterzeichnerinnen, darunter
       Journalistinnen der Tageszeitung Neues Deutschland, der Lateinamerika
       Nachrichten, des Magazins analyse & kritik, des Missy Magazines und der
       taz, fordern ein Ende der Lohndiskriminierung, die Durchsetzung der
       Tarifbindung und das Ende des Outsorcings von Jobs wie Reinigungs- oder
       Kantinenpersonal in Medienhäusern.
       
       „Die schlechte Bezahlung und hohe Belastung in der Medienbranche trifft
       Frauen in besonderem Maße“, heißt es in dem Aufruf, der unter anderem
       „männerbündische Netzwerke“, strukturellen Sexismus, niedrigere Honorare
       und Gehälter sowie Arbeitsverdichtung kritisiert. „Ein anderer Journalismus
       ist möglich!“
       
       Die Streiks von Frauen und Queers* hierzulande reihen sich ein in eine
       weltweite Bewegung Streikender. So gab es in den vergangenen Jahren Streiks
       unter anderem in Argentinien, Polen oder den USA. In Spanien gingen 2018
       fünf Millionen Frauen* gegen Benachteiligung am Arbeitsplatz und häusliche
       Gewalt auf die Straße. In vielen Ländern, unter anderem in Argentinien,
       wollen Frauen auch dieses Jahr streiken.
       
       Die Autorin ist Unterzeichnerin des Aufrufs der Journalistinnen
       
       5 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] /Kommentar-Kompromiss-zu-219a/!5575324
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 (DIR) [6] https://frauenstreik.org/streik-divers-aufrufe-von-ortsgruppen-und-initiativen/
       
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