# taz.de -- Kommentar AKK und rechte WählerInnen: Auf Anti-AfD-Kurs
> Annegret Kramp-Karrenbauers jüngste Auftritte sind zu kritisieren. Dass
> sie die CDU wieder konservativ aufstellt, ist jedoch dringend notwendig.
(IMG) Bild: AKKs knifflige Aufgabe: die AfD schrumpfen, ohne dass sich die Union radikalisiert
Natürlich war das ein [1][diskriminierender Scherz] auf Kosten einer
Minderheit. Ein billiger und schlechter dazu. Und dass die CDU-Chefin
Annegret Kramp-Karrenbauer beim [2][politischen Aschermittwoch] gleich noch
einen draufgesetzt hat, macht die Sache wahrlich nicht besser.
Doch wer jetzt überrascht ist, dürfte sich die Dame im Vorfeld schöngeredet
haben. Denn dass von AKK keine fortschrittlichen Positionen in
gesellschaftspolitischen Fragen zu erwarten sind, insbesondere was
[3][homosexuelle Lebensformen] und geschlechtliche Vielfalt anbelangt, hat
sie vor ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden nun wahrlich klargemacht.
Diese Positionen kann und sollte man kritisieren – und politisch dagegen
angehen. Doch sehen muss man auch: Dass AKK die CDU wieder konservativer
aufstellt, ist nicht nur für sie persönlich folgerichtig – es ist
notwendig, wenn sie ihre Partei, an deren rechtem Rand es massiv bröckelt,
zusammenhalten und WählerInnen zurückgewinnen will.
## Auch Reaktionäre brauchen Repräsentanz
Genauso ist ihr Kurs auch wichtig für die Demokratie. Denn diese braucht
politischen Streit und Parteien, die sich voneinander unterscheiden. Will
die CDU ihr Profil schärfen, muss sie das rechts von der Mitte tun. Dieser
Kurs mag einem politisch nicht gefallen, richtig dürfte er trotzdem sein –
zumindest wenn man nicht will, dass noch mehr stramme Konservative zur AfD
abwandern.
Selbstverständlich brauchen auch Konservative und sogar Reaktionäre eine
politische Repräsentanz. Dafür bedarf es einer konservativen Partei, die –
anders als die AfD – fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Diese
Lücke muss AKK mit der CDU wieder füllen.
Allerdings, und darin besteht die Kunst – man könnte auch von der Quadratur
des Kreises sprechen –, ohne den zivilisatorischen Fortschritt
preiszugeben, den die CDU mit der Modernisierung durch Merkel errungen hat.
Gelingt ihr das, könnte die AfD schrumpfen, ohne dass sich die Union
radikalisiert. Es ist eine Gratwanderung.
7 Mar 2019
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## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
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