# taz.de -- Nach Affäre um Bremer Außenstelle: Bamf prüft 18.000 Entscheidungen
       
       > Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge überprüft nun viele Tausend
       > positive Asyl-Entscheidungen. Große Unregelmäßigkeiten erwartet die
       > Bamf-Chefin nicht.
       
 (IMG) Bild: Jutta Cordt, Bamf-Chefin, äußert sich in der Berliner Außenstelle zu den Vorgängen in Bremen
       
       Berlin dpa | In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylentscheidungen
       überprüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) rund 18.000
       Entscheidungen seiner Bremer Außenstelle. Es handele sich dabei um alle
       positiven Entscheidung seit dem Jahr 2000, sagte Bamf-Chefin Jutta Cordt am
       Freitag in Berlin. Diese Prüfung soll rund drei Monate dauern, etwa 70
       Mitarbeiter würden dafür abgestellt, so Cordt.
       
       Mitte April war bekannt geworden, dass eine frühere Leiterin der Bremer
       Bamf-Stelle zwischen 2013 und 2016 mindestens 1.200 Menschen Asyl gewährt
       haben soll, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Die
       Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau und fünf weitere
       Beschuldigte wegen Bestechlichkeit und bandenmäßiger Verleitung zur
       missbräuchlichen Asylantragstellung.
       
       Nach Cordts Angaben wurden bis zum 11. Mai rund 4.400 Entscheidungen des
       Bamf seit 2013 überprüft, 30 Prozent davon in Bremen. Von den Bremer
       Entscheidungen müssten 40 Prozent widerrufen beziehungsweise zurückgenommen
       werden, von den Entscheidungen in anderen Städten aber nur 5,8 Prozent.
       
       Cordt veranlasste auf Basis des Revisionsberichts unter anderem, dass
       fehlende Identitätsfeststellungen nachgezogen werden. Zudem würden für 2017
       Stichprobenprüfungen in solchen Außenstellen vorgenommen, in denen die
       Schutzquoten deutlich von den sogenannten Referenzschutzquoten abweichen.
       
       ## Wohl keine bewusste Manipulation in anderen Außenstellen
       
       Die interne Revision habe zahlreiche „Inplausibilitäten“ festgestellt, was
       aber nicht automatisch bedeute, dass die Entscheidungen falsch waren. Es
       habe keine Hinweise auf bewusste Manipulationen in anderen Außenstellen
       gegeben.
       
       „Wir sind dabei aufzuklären, die Aufklärung dauert an“, sagte Cordt. Die
       Beweislast liege in jedem Fall beim Bamf. Für Disziplinarverfahren gegen
       Bamf-Mitarbeiter soll ein externer Ermittler eingesetzt werden, sagte sie.
       
       Dass die zeitweise Leiterin der Bremer Außenstelle, Josefa Schmid, gegen
       ihren Willen wieder abgelöst wurde, bezeichnete Cordt als „ganz normal im
       Beamtenrecht“. Die Stelle sei von Anfang an vorübergehend besetzt und
       zugleich ausgeschrieben worden. Schmid wehrt sich juristisch gegen ihre
       Abberufung.
       
       18 May 2018
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Bremen
 (DIR) Asyl
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Asylverfahren
 (DIR) Bremen
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Flüchtlinge
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Streit um Asylverfahren beim Bamf: Das amtliche Drama von Bremen
       
       Was war los in der Bremer Außenstelle des Bamf? Kollegen schildern die
       ehemalige Leiterin als eine Frau, die helfen wollte.
       
 (DIR) Folgen falscher Bamf-Entscheidungen: Langer Weg bis zu „rechtswidrig“
       
       Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss tausende Asylbescheide
       überprüfen. Unregelmäßigkeiten allein heben noch keinen davon auf.
       
 (DIR) Kommentar Skandal im Bamf: Der feuchte Traum der Rechten
       
       Der Vorfall in der Bremer Außenstelle wirft die Asyldebatte um Jahre
       zurück. Er liefert denen Zunder, die Migration kriminalisieren wollen.
       
 (DIR) Nach Bremer Asyl-Skandal: Bamf überprüft 13 Außenstellen
       
       In Bremen sollen Hunderte Asylanträge zu Unrecht positiv entschieden worden
       sein. Nun werden weitere Außenstellen geprüft und Dolmetscher nachgeschult.
       
 (DIR) Affäre um Bamf-Außenstelle in Bremen: Ex-Leiterin bittet Seehofer um Hilfe
       
       Josefa Schmid gilt als Zeugin gegen ihre Vorgängerin, die unrechtmäßig Asyl
       gewährt haben soll. Sie kämpft vor Gericht gegen ihre Versetzung von Bremen
       nach Bayern.
       
 (DIR) Portrait Josefa Schmid: Das Herzerl
       
       Nach den Unregelmäßigkeiten in der Bremer Außenstelle des Bundesamts für
       Migration hat dort eine bayerische Stimmungskanone die Leitung übernommen.
       
 (DIR) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Tausende Fälle werden überprüft
       
       Das BAMF machte zuletzt mit fragwürdigen Asylentscheidungen in Bremen
       Schlagzeilen. Nun reagiert das Innenministerium.