# taz.de -- Nach dem „Shutdown“ in den USA: Senat einigt sich auf Haushalt
       
       > Republikaner und Demokraten hatten über Monate über das Budget
       > gestritten. Kurz vor Fristende konnten sie sich nun auf ein neues
       > Haushaltspaket verständigen.
       
 (IMG) Bild: Erleuchtung im Capitol in Washington D.C.
       
       Washington dpa | Nach monatelangem Streit haben sich Republikaner und
       Demokraten im US-Senat auf ein Haushaltspaket geeinigt, das auf zwei Jahre
       angelegt sein soll. Das erklärten der republikanische Mehrheitsführer im
       Senat, Mitch McConnell, und der demokratische Fraktionschef Chuck Schumer
       am Mittwoch. Das Paket sieht einen deutlichen Anstieg der Ausgaben für
       Verteidigung und andere Programme vor, darunter Soziales und Infrastruktur.
       Insgesamt soll es mehrere hundert Milliarden US-Dollar umfassen. Allerdings
       droht darüber Streit im Repräsentantenhaus.
       
       McConnell erklärte, der Entwurf sei das Ergebnis „umfangreicher
       Verhandlungen“. Er stelle sicher, dass das Militär mehr Ressourcen zur
       Verfügung haben werde. Schumer sprach von einem „echten Durchbruch“. Das
       Weiße Haus begrüßte die Einigung. Präsident Donald Trump schrieb auf
       Twitter, die Einigung sei wichtig für die Streitkräfte. Republikaner und
       Demokraten müssten das Gesetz unterstützen, erklärte er.
       
       Beide Parteien hatten über Monate über das Budget gestritten und mehrfach
       Übergangsfinanzierungen verabschiedet, damit der Regierung nicht das Geld
       ausgeht.
       
       Am Donnerstagabend läuft eine weitere Frist aus, bis zu der der Kongress
       ein Haushaltsgesetz durchbringen muss. Sonst käme es erneut zu einem
       „Shutdown“, also zu einem Stillstand weiter Teile der Regierung und
       Verwaltung.
       
       Nach der Einigung von McConnell und Schumer würden die Ausgabenbegrenzungen
       in den nächsten zwei Jahren um knapp 300 Milliarden US-Dollar (244
       Milliarden Euro) höher liegen als bislang. Das Pentagon könnte im laufenden
       Haushaltsjahr 80 Milliarden US-Dollar mehr ausgeben, im kommenden hätte es
       85 Milliarden mehr.
       
       In anderen Bereichen würde die Ausgabengrenze um 63 Milliarden höher
       liegen, beziehungsweise um 68 Milliarden im nächsten Jahr.Der Gesetzentwurf
       würde zudem die Schuldenobergrenze der Regierung anheben.
       
       Das Repräsentantenhaus hatte am Dienstag einen Übergangshaushalt
       verabschiedet und an den Senat geschickt. Dort wollen McConnell und Schumer
       das Paket nun um ihre Einigung erweitern. Nach einer Abstimmung im Senat
       müsste es zurück ans Repräsentantenhaus, weil beide Kammern einen
       identischen Entwurf verabschieden müssen.
       
       ## Redemarathon im Kongress
       
       Die demokratische Oppositionsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi,
       hatte am Vormittag erklärt, sie werde einem Haushaltspaket nicht ohne
       Bedingungen zustimmen. Sie forderte von den Republikanern eine Zusicherung,
       dass die Kammer über ein Einwanderungsgesetz abstimmen werde. Pelosi
       untermauerte ihre Forderung mit einem acht Stunden dauernden Redemarathon
       im Kongress. Sie las dabei Briefe von Einwanderern vor, die Teil des
       sogenannten Daca-Programmes sind. Dieses gibt Migranten, die als Kinder
       illegal mit ihren Eltern in die USA gekommen sind, einen temporären
       Aufenthaltsstatus.
       
       Den Republikanern droht ebenfalls eine Debatte in den eigenen Reihen. Der
       Abgeordnete Mark Meadows, der Vorsitzender des ultrakonservativen Freedom
       Caucus ist, zeigte sich skeptisch. Er befürchte sehr hohe Ausgaben. Der
       Freedom Caucus ist eine Vereinigung innerhalb der republikanischen Fraktion
       im Repräsentantenhaus, die sich zwar für einen hohen Verteidigungsetat
       stark macht, aber in anderen Bereichen auf eine strikte Deckelung der
       Ausgaben pocht.
       
       Im Januar war es zu einem Stillstand der Regierung gekommen, nachdem sich
       Republikaner und Demokraten zunächst nicht auf eine Übergangsfinanzierung
       einigen konnten. Die Demokraten stellten damals die Bedingung, dass es eine
       Lösung für das Schutzprogramm geben müsse.
       
       Der Kongress verabschiedete nach mehreren Tagen Stillstand aber schließlich
       doch noch einen Übergangshaushalt. McConnell versicherte den Demokraten,
       dass er über einen Gesetzentwurf zu dem Daca-Programm abstimmen lassen
       werde, sollte es bis zum 8. Februar keine Einigung beim Thema Einwanderung
       geben. Eine ähnliche Zusicherung forderte Pelosi nun von den Republikanern
       in ihrer Kammer.
       
       8 Feb 2018
       
       ## TAGS
       
 (DIR) US-Senat
 (DIR) US-Haushalt
 (DIR) Shutdown
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Shutdown
 (DIR) US-Demokraten
 (DIR) USA
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Entwurf für US-Haushalt: Mehr Verteidigung, weniger Soziales
       
       Großer Nutznießer des Haushaltsentwurfs sind die Verteidigung und nationale
       Sicherheit. Kürzen will der US-Präsident bei der Hilfe für Bedürftige.
       
 (DIR) Streit um Haushalt der US-Regierung: Shutdown nach Stunden beendet
       
       Ein einziger Republikaner hatte vorübergehend eine Haushaltssperre für die
       US-Regierung ausgelöst. Nun passierte das Gesetz aber doch den Kongress.
       
 (DIR) Haushaltssperre in den USA: „Shutdown“ vorerst beendet
       
       Die Demokraten haben eingelenkt, im Gegenzug wollen die Republikaner offen
       über die Einwanderung verhandeln. Doch das Problem ist nur vertagt.
       
 (DIR) Streit um Schuldenobergrenze: USA stehen weiter still
       
       Die Auswirkungen des „Shutdowns“ dürften am Montag stärker zu spüren sein
       als am Wochenende. Im Laufe des Tages wird erneut abgestimmt.
       
 (DIR) Haushaltsentwurf ohne Senatsmehrheit: Shutdown in den USA
       
       Fast alle bundesstaatlichen Einrichtungen sind dicht. Die Demokraten wollen
       dem Entwurf nur zustimmen, wenn der Schutz junger Migranten vor Abschiebung
       bleibt.