# taz.de -- Prozess in Berlin: Marzahner Neonazi verurteilt
       
       > Weil er im Herbst 2015 FlüchtlingshelferInnen bedroht hatte, muss ein
       > bekannter Marzahner Rechtsextremist 6000 Euro Strafe zahlen.
       
 (IMG) Bild: In Marzahn wurde insbesondere 2014 und 2015 immer wieder gegen Flüchtlingsheime demonstriert
       
       Der Marzahner Neonazi Patrick Krüger ist am Mittwoch zu einer Geldstrafe
       von 6.000 Euro verurteilt worden. Das Kriminalgericht sah es als erwiesen
       an, dass Krüger im Herbst 2015 Flüchtlingshelfer bedroht habe. Er habe sich
       „nur knapp gegen eine Haftstrafe entschieden“, so der Richter bei der
       Verkündung des Urteils, das über dem von der Staatsanwaltschaft geforderten
       Strafmaß lag.
       
       In dem Prozess ging es um einen Abend im September 2015: Am Glambecker Ring
       in Marzahn wird eine Notunterkunft für Flüchtlinge eröffnet, Mitglieder der
       örtlichen rechtsextremen Szene protestieren dagegen mit einer Kundgebung.
       Doch auch FlüchtlingshelferInnen sind vor Ort, die ehrenamtlich beim Bezug
       der Unterkunft unterstützen. Als drei von ihnen am Abend das Heim
       verlassen, werden sie von Krüger und weiteren Neonazis verfolgt und
       beschimpft. Dabei formt Krüger die Hand zu einer Pistole, richtet sie auf
       die Gruppe und macht dazu Schießgeräusche.
       
       Aus Sicht des Richters eindeutig eine Bedrohung. Der Streifenpolizist, den
       die FlüchtlingshelferInnen damals dazugerufen hatten und der ebenfalls vor
       Gericht aussagt, hatte in diesem Verhalten hingegen „keine Strafrelevanz“
       erkannt. Erst ein Beamter des Landeskriminalamts leitete nach der Lektüre
       des polizeilichen Tätigkeitsbericht die Ermittlungen gegen Krüger ein.
       
       In dem Prozess sagten mehrere weitere Neonazis als Entlastungszeugen für
       Krüger aus – der Richter stufte ihre Aussagen allerdings als „in jeder
       Hinsicht unüberzeugend“ ein und sprach insbesondere in Richtung des
       Marzahner Rechtsextremen René U. von einem „blamablen Auftritt“.
       
       Dass die FlüchtlingshelferInnen sich die Geschichte ausgedacht haben
       könnten, um dem ehemaligen Vorstandsmitglied der rechtsextremen
       Kleinstpartei Die Rechte eins auszuwischen, schloss der Richter aus: Sie
       selbst hätten vor Gericht nachvollziehbar dargelegt, aus Angst vor
       Racheaktionen der Neonazis selbst keine Strafverfolgung angestrebt zu haben
       und auch die Vorladung als Zeuge lieber umgangen wären. Insofern gebe es
       „keine Belastungstendenz, im Gegenteil sind die Zeugen besonders
       glaubhaft“, so der Richter.
       
       Krüger hat ein umfangreiches Vorstrafenregister, darunter Fälle von
       schwerer Körperverletzung, Raub und schwerer räuberischer Erpressung. Seine
       letzte Verurteilung lag allerdings schon mehrere Jahre zurück.
       
       16 Aug 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Malene Gürgen
       
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