# taz.de -- Kommentar AfD-Politiker beim Vorlesetag: Ziemlich dämliche Idee
       
       > Kein Kind wird gleich Schaden nehmen, wenn ihm ein AfD-Politiker
       > vorliest. Die Gefahr liegt vielmehr in der Normalisierung der rechten
       > Partei.
       
 (IMG) Bild: Wir, vorlesen?
       
       Diskussionen und inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD müssen sein,
       keine Frage. Auch stehen den Rechtspopulisten jene Ämter in Landtagen – und
       bald wohl auch im Bundestag – zu, die einer gewählten Partei, die sich
       nicht nachweislich außerhalb des Grundgesetzes stellt, so zustehen.
       Schließlich sind sie demokratisch gewählt. [1][Aber AfD-Abgeordnete
       flächendeckend dazu einladen, Kindern in Kitas, Schulen und Bibliotheken
       vorzulesen?] Das ist nun wirklich eine schlechte Idee.
       
       Vermutlich wird kein Kind gleich Schaden nehmen, wenn ihm
       AfD-PolitikerInnen wie Frauke Petry oder gar Björn Höcke ein Stündchen
       etwas vorlesen. Vielleicht können die beiden dabei sogar sympathisch und
       zugewandt sein. Eine solche Selbstdarstellung dürfte der eine Effekt des
       Vorlesetags sein. Ein noch wichtigerer: Die Einladung suggeriert, dass
       die AfD eine ganz normale Partei ist. Eine solche Normalisierung aber
       sollte es nicht geben. Im Gegenteil.
       
       Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei mit Verbindungen ins
       rechtsextreme Lager, ihr völkisch-nationalistischer Flügel wird immer
       größer. Die Partei hetzt gegen Andersdenkende, gegen Schwule und Lesben,
       gegen Migranten und Flüchtlinge. Für Muslime würde sie gerne das
       grundgesetzlich verbriefte Recht der freien Religionsausübung beschneiden,
       weil sie ihren Glauben für eine Gefahr hält. Wer AfDler zum Vorlesen in
       Schulen und Kitas einlädt, mutet nicht nur Kindern und ihren Eltern aus all
       diesen Gruppen einiges zu. Dies legt auch nahe: Eine solche Einstellung ist
       vielleicht nicht mehrheitsfähig, aber okay. Das aber ist sie nicht. Und
       genau dies sollten Bildungseinrichtungen in einer demokratischen
       Gesellschaft auch vermitteln.
       
       Die Stiftung Lesen, die allen Kindern unabhängig von ihren materiellen,
       sozialen und kulturellen Voraussetzungen Spaß am Lesen vermitteln will,
       steht eigentlich in dieser Tradition. Die Einladung der AfD-Abgeordneten
       passt dazu nicht.
       
       2 Aug 2017
       
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