# taz.de -- Entwurf des AfD-Wahlprogramms: Ausbürgern und Grenzen schließen
       
       > Die Partei setzt vor allem auf für sie bewährte Themen: Islam und
       > Flüchtlinge, Eurokritik und direkte Demokratie. Konzepte hat sich nicht.
       
 (IMG) Bild: Wo es hingehen soll? Steht irgendwo rechts
       
       Berlin taz | An einem Punkt wird AfD-Vize Albrecht Glaser richtig grantig.
       Auf die Frage eines Journalisten, ob die AfD der Ansicht sei, Deutschland
       sei keine Demokratie, raunzt er knapp: „Ich führe mit Ihnen keine
       Etikettendiskussion.“
       
       Dabei drängt sich die Frage auf, heißt doch gleich das erste Kapitel des
       Entwurfs für das Wahlprogramm der Rechtspopulisten, der am Donnerstag
       vorgestellt wurde: „Wiederherstellung der Demokratie in Deutschland“.
       „Heimlicher Souverän in Deutschland ist eine kleine, machtvolle politische
       Oligarchie, die sich in den bestehenden politischen Parteien ausgebildet
       hat“, heißt es darin.
       
       Die AfD setzt vor allem auf für sie bewährte Themen: Islam und Flüchtlinge,
       Eurokritik und direkte Demokratie. Sie fordert eine „Minuszuwanderung von
       über 200.000 Personen pro Jahr“, lässt auf Nachfrage aber offen, wie dies
       umgesetzt werden soll. Die Grenzen sollen geschlossen, das Grundrecht auf
       Asyl und der Familiennachzug von Flüchtlingen abgeschafft werden. „Wir
       fordern die Ausbürgerung krimineller Migranten, auch wenn der Betroffene
       dadurch staatenlos werden sollte“, sagt Parteichefin Frauke Petry zudem.
       
       Dies ist laut Grundgesetz bislang verboten. In der Energiepolitik will die
       AfD einen Kurswechsel, den von Menschen gemachten Klimawandel hält sie für
       nicht erwiesen. In der Sozialpolitik legt sie sich weiter nicht fest.
       
       Vieles kennt man bereits aus dem AfD-Grundsatzprogramm. Neu ist, dass die
       AfD im Bundestag einen U-Ausschuss beantragen will, der die
       Verantwortlichen für die „ab September 2015 geduldete Massenzuwanderung“
       zur Rechenschaft ziehen soll.
       
       In den Entwurf sind die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter den
       Mitgliedern eingeflossen, an der sich aber nur ein gutes Viertel der 23.000
       Mitglieder beteiligt hat. Verabschiedet werden soll das Programm bei einem
       Parteitag am 22. April in Köln.
       
       9 Mar 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sabine am Orde
       
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