# taz.de -- Die Woche: Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?
       
       > Trump verfilmt „Die Bullen von Kinderbü“, Schäuble holt sich ein
       > „Spiegel“-Abo und Dobrindts Verkehrspolitik soll wie ein Unfall aussehen.
       
 (IMG) Bild: Sind auch genervt von Trump – die Kinder von Bullerbü
       
       taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche? 
       
       Friedrich Küppersbusch: Die Sache da, [1][letzte Nacht, in Schweden], ich
       meine: Schweden! Wer hätte das gedacht!?
       
       Was wird besser in dieser? 
       
       Trump verfilmt „Die Bullen von Kinderbü“.
       
       Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat festgestellt, dass die
       Pkw-Maut von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) [2][nicht mit
       EU-Recht vereinbar] ist. Können wir die Maut jetzt endlich zu den Akten
       legen? 
       
       Das Gutachten attestiert Dobrindt, er habe „eine mittelbare
       Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit“ prima hinbekommen. Das
       erfüllt Seehofers Auftrag „Mach was Fremdenfeindliches und lass es wie
       einen Unfall aussehen“. Wie ein Unfall auszusehen ist ein Spezialgebiet von
       Dobrindts Verkehrspolitik. Nun muss er nur noch der EU erklären, warum die
       Maut nicht fremdenfeindlich ist, und den Rechtswählern, warum sie es doch
       ist.
       
       Derweil sondert Andreas Scheuer folgendes CSU-Generalsekret ab: „Bei so
       viel fachlicher Ignoranz muss man die Frage nach dem Sinn des
       Wissenschaftlichen Dienstes stellen.“ Das ist unvorsichtig in Zeiten, da
       Donald Trump dringend verstrahlte Mitarbeiter sucht. Dobrindt bewegt sich
       auf Linie Merkel, die 2013 versprach „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben“
       und 2014 noch mal unterstrich: „Um es ganz klar zu sagen: Die Maut steht im
       Koalitionsvertrag, und sie wird kommen.“ Während also Dobrindt der
       historische Kompromiss gelingt aus Sackgasse und Einbahnstraße, staunt die
       Welt über den Comedy-Aspekt, Autos steuerlich zu begünstigen, die die … nun
       ja … bewährten … zweifelsfreien deutschen Abgaswerte liefern. Hüsterchen.
       
       Nach der [3][Münchner Sicherheitskonferenz] ist die Welt sicherer, oder? 
       
       Europa hat es sich auch auf Wunsch der USA wegen Ukraine, Baltikum und
       Syrien ordentlich mit Russland verdorben. Nun verdirbt die
       Trump-Administration es sich ordentlich mit Europa. Die Mixtur, wonach die
       Nato mal „obsolet“ sei, dann wieder höhere Militärausgaben gefordert
       werden, kann man übersetzen: „Ich schmeiß dich aus der Wohnung, wenn du der
       Mieterhöhung nicht zustimmst.“ Der Pate erhöht das Schutzgeld, und Merkels
       cooler Move dagegen lautet: „Ja, wir mehr so Zivildienst.“ Sie führt
       Entwicklungshilfe und Krisenpräventionskosten an und durch die Blume am
       Bahnhof eben auch ihre „offenen Arme“. Europa wird stets so sicher sein,
       wie eine ausgeglichene Schaukelpolitik gelingt zwischen Russland und USA.
       Diplomatie. Ein Wort, bei dem Trump hilflos zum Dolmetscher guckt.
       
       Finanzminister Wolfgang Schäuble [4][hat im
       Bundestagsuntersuchungsausschuss Vorwürfe zurückgewiesen], umstrittene
       Aktiengeschäfte zulasten der Staatskasse zu spät gestoppt zu haben. Es habe
       sich bei den sogenannten Cum-Ex-Konstrukten um ein „außergewöhnlich
       komplexes“ Gesetzgebungsverfahren gehandelt. Verstehen Sie ihn? 
       
       Schäuble erklärte unter anderem, einige Details sorgfältiger
       Spiegel-Lektüre zu verdanken. Und dort habe sogar ich es verstanden: Einer
       besitzt eine Aktie und verkauft sie kurz vor der Dividendenausschüttung.
       Also verlangt er vom Staat die Steuer auf die Dividende zurück. Ein anderer
       vermakelt diese Aktie an einen Dritten, und also verlangt auch er die
       Steuer zurück. Schließlich kann dieser Dritte, der Käufer, auch noch mal
       die Hand aufhalten. Womit drei Zocker drei Beträge erstattet bekommen, die
       keiner von ihnen zuvor bezahlt hatte. Werde ich jetzt Finanzminister oder
       bekomme ich ein Gratis-Abo vom Spiegel?
       
       Soll man jetzt gerade einen Opel kaufen? Oder doch lieber einen VW? 
       
       Zur Markteinführung des Mittelklasse-Insignia ruinierte GM den Standort
       Bochum. Das Erblühen der originellen Modelle „Adam“ und „Ampera-E“
       quittiert der Mutterkonzern mit Verkaufsgerüchten. Finstere Mächte mit dem
       Auftrag, Opel zu demolieren, wären stolz auf diesen Blitzkrieg. Auch bei
       der Abgasaffäre stand der GM-Ableger nicht im Mittelpunkt, und prompt ist
       VW neuerdings „Weltmarktführer“. Wenn die 20 Prozent Staatsbeteiligung
       Volkswagen an solch irrlichterndem Erfolg nicht hindert: Was wäre mit einem
       Engagement Schäubles bei Opel unter der Maßgabe, es auf Elektroautobau zu
       justieren ?
       
       Und was machen die Borussen? 
       
       Hoch lebe Ex-Borusse Lewandowski. In der 97. Minute schubste er den Ball
       ins Hertha-Tor, sonst hätte der Unterparteiische noch weiterspielen lassen
       oder einen Schiedsrichterball für Bayern direkt verwandelt. Da loben wir
       uns die Wolfsburger, die sich aus Respekt vor der abwesenden „Wand“ den
       Ball ins eigene Tor löffeln.
       
       FRAGEN: AW, DIR
       
       19 Feb 2017
       
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