# taz.de -- Shortlist Deutscher Buchpreis 2016: Vom Sommer und der Welt
       
       > Sechs Bücher haben die Chance, zum besten Roman des Jahres gewählt zu
       > werden. Unter anderem ist Thomas Melles „Die Welt im Rücken“ nominiert.
       
 (IMG) Bild: Stapelweise Entscheidungen
       
       FRANKFURT/MAIN dpa | Bodo Kirchhoff und Thomas Melle gehören zu den
       Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2016. Auch Reinhard
       Kaiser-Mühlecker, André Kubiczek, Eva Schmidt und Philipp Winkler stehen
       auf der Shortlist, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am
       Dienstag in Frankfurt veröffentlichte.
       
       „Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches
       Spektrum ab“, sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder. Was sie gemeinsam
       hätten, sei „eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur
       beobachteten Realität“. Schröder berichtete von „harten, kontroversen
       Gesprächen“ in der Jury. Er hofft, dass die Liste nun aber „die
       unbestrittene Qualität dieses Bücherjahres“ widerspiegele.
       
       Bodo Kirchhoff ist mit 68 Jahren der älteste Kandidat. In „Widerfahrnis“
       (Frankfurter Verlagsanstalt) bricht die Leidenschaft unverhofft über ein
       resigniertes Paar herein. Thomas Melle schildert in „Die Welt im Rücken“
       (Rowohlt Berlin) seine manisch-depressive Erkrankung.
       
       Philipp Winkler hat mit „Hool“ (Aufbau) seinen ersten Roman vorgelegt. Er
       gibt darin einer Szene eine Stimme, die in der deutschen Literatur so gut
       wie nie vorkommt: den Hooligans. André Kubiczek erzählt in „Skizze eines
       Sommers“ (Rowohlt) von einem Jugendlichen in der DDR während sieben Wochen
       sturmfreier Bude.
       
       Zwei Österreicher sind dabei: Reinhard Kaiser-Mühlecker und Eva Schmidt. Er
       schildert in „Fremde Seele, dunkler Wald“ (S. Fischer) den Konflikt zweier
       Brüder und den Niedergang ihres väterlichen Hofs. Sie erzählt in „Ein
       langes Jahr“ (Jung und Jung) von stillen Nöten und spärlichen Freuden ganz
       normaler Menschen – und Hunden.
       
       Für die Longlist hatte die Jury zunächst 20 Titel aus 178 Neuerscheinungen
       ausgewählt. Nun wurde die Liste auf sechs verkürzt. Der Sieger wird am 17.
       Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der
       Shortlist je 2.500 Euro.
       
       20 Sep 2016
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Shortlist
 (DIR) Deutscher Buchpreis
 (DIR) Literatur
 (DIR) Deutscher Buchpreis
 (DIR) Thomas Melle
 (DIR) deutsche Literatur
 (DIR) Deutscher Buchpreis
 (DIR) Lesestück Meinung und Analyse
 (DIR) Literaturbetrieb
 (DIR) Berlin
 (DIR) Literatur
 (DIR) Buch
 (DIR) Schwerpunkt Leipziger Buchmesse 2024
 (DIR) Literatur
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Deutscher Buchpreis: „Sehr hohes literarisches Niveau“
       
       Hervorragend geschrieben, kühn gedacht: Die Jury hat die sechs Titel der
       Shortlist des Deutschen Buchpreises bekanntgegeben.
       
 (DIR) Schriftsteller Thomas Melle: Der Versehrte
       
       Thomas Melle hat in seinem aktuellen Roman „Die Welt im Rücken“ über seine
       bipolare Störung geschrieben. Er musste, sagt er. Eine Begegnung.
       
 (DIR) Wie man Autor wird: Genial ist egal
       
       Viele schreiben, wenn sie jung sind. Oft, um sich selbst zu beschreiben,
       entgegen Zuschreibungen von außen. Autor wird, wer damit nicht mehr
       aufhören kann.
       
 (DIR) Verleihung des Deutschen Buchpreises: Bodo Kirchhoff ist erwählt
       
       „Ein vielschichtiger Text“ sei Bodo Kirchhoffs Roman „Widerfahrnis“, lobt
       die Jury. Und verleiht dem Autor den Deutschen Buchpreis.
       
 (DIR) Sarah Bakewells „Creative Writing“: Zwischen Haschisch und Sartre
       
       Eine hinreißende neue Geschichte des Existenzialismus. Geschrieben von
       einer leidenschaftlichen Schulschwänzerin.
       
 (DIR) Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Sind nicht alle korrupt außer mir?
       
       Die Entscheidungen rund um den Deutschen Buchpreis werden bemäkelt und
       kritisiert. Zum Glück, denn das ist gut für Verlage und AutorInnen.
       
 (DIR) Gerhard Falkners Roman „Apollokalypse“: Vertreter der Nutella-Generation
       
       Falkners „Apollokalypse“ liefert ein wildes Sittenbild der 70er, 80er und
       90er in Berlin. Es ist gut, es könnte auf der Shortlist des Buchpreises
       landen.
       
 (DIR) Roman „Die Welt im Rücken“: Überfunkende Nervenenden
       
       Jedes Lob muss im ersten Moment schal wirken: Thomas Melle beschreibt in
       seinem Roman , wie es ihm mit einer bipolaren Störung ergeht.
       
 (DIR) Longlist des Deutschen Buchpreises: Trend zur Midlife-Krisen-Literatur
       
       Der Vorauswahl fehlen Komik und Spielfreude. Migrantische Autoren spielen
       keine tragende Rolle. Und zwei wichtige Namen fehlen ganz.
       
 (DIR) Leipziger Buchmesse: Wege aus dem moralischen Eifer
       
       In der Literatur zeigt sich 2016 die Lust am Exzess. Diese Kunst beherrscht
       keiner so gut wie Thomas Glavinic mit „Der Jonas-Komplex“.
       
 (DIR) Autor Heinz Strunk über das Schreiben: „Reine Apokalypse wäre zu viel“
       
       Heinz Strunk hat sich in den Hamburger Frauenmörder Honka hineinversetzt.
       Auf der Leipziger Buchmesse gehört er zu den Favoriten für den
       Literaturpreis.