# taz.de -- Blockade bei Braunkohle-Protest: Clumsy muss löhnen
       
       > Ein Aktivist der „Ende Gelände“-Aktion in der Lausitz wird zu einer
       > happigen Geldstrafe verurteilt. Er hatte sich an eine Bahnschiene
       > angekettet.
       
 (IMG) Bild: Als die Polizei noch nicht eingeschritten war: Trommler blockieren das Gleis am Tagebau Welzow
       
       BERLIN taz | Er saß so artig auf den Schienen, aber teuer wird es doch.
       Stundenlang war sein linker Arm verkettet in einer blau-grün besprühten
       Betonpyramide. Geduldig harrte der Mann, der sich „Clumsy“ nennt, an jenem
       14. Mai auf einem einsamen Schienenstück inmitten eines Waldes aus – bis
       die Polizei zuerst die Schienen durchsägte und ihn schließlich befreite. So
       vergingen viele Stunden. Es war sein Beitrag zu einer der spektakulärsten
       Besetzungsaktionen des Jahres: „Ende Gelände“ in der Lausitz.
       
       An jenem Wochenende waren Tausende KlimaaktivistInnen aus ganz Deutschland
       nach Brandenburg gereist, um den dortigen Tagebau Welzow und das anliegende
       Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe zu besetzen. Weil weder Betreiber Vattenfall
       noch die Polizei dagegen vorgingen, gelang es den Demonstranten, das
       Kraftwerk so lang vom Nachschub abzuschneiden, bis dieses seine Leistung
       empfindlich herunterfahren musste. Schließlich dampfte es nur noch aus
       einem der beiden Kühltürme.
       
       Eine der spektakulären Blockaden fand dabei in einem Waldstück einige
       Dutzend Kilometer vor dem Kraftwerk statt. AktivistInnen hatten sich in
       einem Betonkeil angekettet sowie in einem unter den Schienen verlegten
       Stahlrohr verkeilt. Die Polizei brauchte Stunden, um sie schließlich zu
       entfernen.
       
       Nun erfolgte das juristische Nachspiel: Das Amtsgericht Görlitz verurteilte
       jenen an der Schienenblockade beteiligten Mann namens „Clumsy“ wegen
       „Störung öffentlicher Betriebe“ und „Nötigung“ zu 120 Tagessätzen á 13
       Euro. Überraschend ist das nicht.
       
       Besondere Aufmerksamkeit hatte der Fall jedoch innerhalb der linken
       Protestszene erregt, weil der Umweltaktivist zwischen seiner Festnahme am
       18. Mai und dem ersten Prozesstag am 13. Juli trotz des letztlich
       überschaubaren Delikts in Untersuchungshaft festgehalten wurde. Die
       Begründung: Fluchtgefahr. Die Richter argumentierten, dass „Clumsy“
       österreichischer Staatsbürger sei und Teil einer gut vernetzten
       europäischen Klimabewegung, die ihm überall Zuflucht gewähre. Nun ist er
       wieder frei.
       
       21 Jul 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Kaul
       
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