# taz.de -- Protest um Benzin in Frankreich: Polizei räumt Raffinerien
       
       > Der Kampf um die Arbeitsmarktreform in Frankreich eskaliert. Polizisten
       > beenden die Blockade der Raffinerien gewaltsam.
       
 (IMG) Bild: Die Polizei räumt in Fos-sur-Mer bei Marseille die Barrikaden der Blockierer der Raffinerie
       
       Paris taz | Die Gewerkschaft CGT will im Kampf um die Arbeitsmarktreform
       nicht nachgeben. Mit der Blockade der Treibstoffdepots und Streiks in allen
       acht Erdölraffinerien des Landes haben die Gegner ein äußerst effizientes
       Druckmittel gefunden. Seit dem Wochenende wird das Benzin an den insgesamt
       12.000 Tankstellen knapp. Hamsterkäufe verschlimmern noch die kritische
       Versorgungslage. Mehr als ein Fünftel der Tankstellen sind mangels
       Nachschub geschlossen oder geben ihre Reserven nur rationiert zu 20 Liter
       Benzin und Diesel pro Kunde ab.
       
       „Erpressung!“ protestiert Premierminister Manuell Valls, der ebenfalls
       nicht nachgeben will und die Räumung der Blockade ankündigte. Am frühen
       Dienstagmorgen attackierten Polizeieinheiten in Fos-sur-Mer bei Marseille
       die Barrikaden aus brennenden Autoreifen, hinter denen sich rund 200
       Besetzer in der Nacht verschanzt hatten. Der Kampf war nach beidseitiger
       Darstellung hart und ohne Konzessionen.
       
       Der CGT-Gewerkschaftssekretär Olivier Mateu sagte vor Fernsehkameras, die
       Polizisten hätten ohne Vorwarnung Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt.
       Der Polizeipräfekt von Marseille dagegen hat mitgeteilt, sieben Beamte
       seien durch Wurfgeschosse verletzt worden. Bei anderen Blockaden bereiten
       sich die Besetzer auf ähnliche Auseinandersetzungen vor.
       
       Mit der Räumung einer der Raffinerien in Fos-sur-Mer wollte die Regierung
       zeigen, dass sie sich nicht unter Druck setzen lasse. Sie weiß aus früheren
       Konflikten, wie sehr die Lastwagenblockaden vor allem vor den
       Treibstoffdepots in der öffentlichen Meinung nicht nur wegen des Mangels
       Wirkung zeitigen, sondern auch weil sie die Ohnmacht der Regierungsbehörden
       veranschaulichen.
       
       1992 wurde in einer vergleichbaren Situation zuletzt sogar die Armee
       eingesetzt, Lastwagen wurden damals von Panzern beiseite geschoben.
       Parallel dazu versichert die Regierung weiterhin, es bestehe kein Grund zu
       Sorge vor einer Verknappung der Brenn- und Treibstoffe. Es ist
       offensichtlich, dass die Spannung steigt. Für Mittwoch und Donnerstag haben
       die Gegner der Regierungspolitik neue Demonstrationen und Streiks angesagt.
       
       24 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rudolf Balmer
       
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