# taz.de -- Der V-Mann und der NSU: „Primus“ überfällt Kneipe
       
       > Der Ex-Spitzel Ralf Marschner überfiel mit einer Freundin Zschäpes eine
       > Kneipe. Der NSU-Ausschuss knöpft sich den V-Mann nun vor.
       
 (IMG) Bild: Ab Juni ist der ehemalige V-Mann „Primus“ im Fokus des NSU-Prozesses
       
       BERLIN taz | Jetzt will sich der NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag
       [1][den früheren V-Mann Ralf „Primus“ Marschner vorknüpfen]. Ab der
       nächsten Sitzung, Anfang Juni, wollen die Abgeordneten dessen Rolle im
       NSU-Komplex aufklären. „Die zentrale Frage ist: Hat Marschner das Trio
       unterstützt? Womöglich gar mit Wissen des Verfassungsschutzes?“, sagte
       Linken-Obfrau Petra Pau.
       
       Denn offenbar war Marschner näher am NSU-Trio dran, als bisher bekannt. Nun
       wurde bekannt, dass er 2001 zusammen mit der späteren engen Freundin von
       Beate Zschäpe, Susann Eminger, eine Zwickauer Kneipe überfallen hat. Laut
       einer Ermittlungsakte, die der taz vorliegt, zettelten beide mit anderen
       „Glatzen“ in dem Laden eine Schlägerei an. Eminger musste dafür später 20
       Sozialstunden ableisten, Marschners Verfahren wurde wegen einer anderen
       Verurteilung eingestellt.
       
       In Vernehmungen zu den NSU-Verbrechen hatte Marschner dagegen behauptet,
       Susann Eminger nur flüchtig zu kennen. Ob diese gewaltbereit sei, verneinte
       er. Und das NSU-Trio, das jahrelang in Zwickau lebte, sei ihm nur durch
       Medienberichte bekannt.
       
       Dabei gibt es Zeugen, die behaupten, dass NSU-Mitglied Uwe Mundlos in einer
       Baufirma von Marschner gearbeitet habe. Ebenso Beate Zschäpe später in
       dessen Modeladen – während der Untergrundzeit. Susann Eminger wiederum
       hielt mit dem Trio bis zu deren Auffliegen 2011 Kontakt. Ihr Mann ist heute
       Mitangeklagter im NSU-Prozess in München.
       
       Wusste Marschner also wirklich nichts von den dreien? Die Sache ist pikant,
       weil der frühere Neonazi von 1992 bis 2002 Topspitzel des
       Verfassungsschutzes war. Wusste das Amt von dessen Kontakten? Für die
       Grünen-Obfrau Irene Mihalic wird immer deutlicher, dass Marschner „mit dem
       allerengsten Umfeld des Trios vernetzt war“. Ganze vier Sitzungstage hat
       der NSU-Ausschuss für den ehemaligen Spitzel eingeplant.
       
       18 May 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Der-V-Mann-und-der-NSU/!5292793
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konrad Litschko
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
 (DIR) V-Mann
 (DIR) NSU-Prozess
 (DIR) Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
 (DIR) Hans-Georg Maaßen
 (DIR) Hans-Georg Maaßen
 (DIR) V-Leute
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
 (DIR) Verfassungsschutz
 (DIR) Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
 (DIR) Schwerpunkt Rechter Terror
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Uwe Mundlos schrieb für Nazi-Magazin: Rechtschreibfehler verrieten ihn
       
       Das NSU-Mitglied soll für das Nazi-Heft eines Zwickauer Spitzels
       geschrieben haben. Medienfeindlich waren seine Texte. Und voller Fehler.
       
 (DIR) Haftbefehl gegen rechten V-Mann: Faule Fahndung
       
       Der umstrittene Ex-Spitzel Ralf Marschner wird gesucht. Dabei ist sein
       Aufenthaltsort bekannt. Das bringt die Sicherheitsbehörden in
       Erklärungsnot.
       
 (DIR) NSU-Untersuchungsausschuss: Verfassungsschutzchef ist „explodiert“
       
       Seine Behörde fand bisher verschlampte Beweismittel. Nun musste Hans-Georg
       Maaßen im Bundestag aussagen und räumte „Schlamperei“ ein.
       
 (DIR) NSU in Thüringen: Mögliche neue V-Mann-Affäre
       
       Es gibt Hinweise, dass ein Brüderpaar den NSU mit Waffen ausrüstete,
       gleichzeitig aber für das thüringische Landeskriminalamt tätig war.
       
 (DIR) NSU-Prozess in München: Richter drücken aufs Tempo
       
       Ein einstiger V-Mann, der NSU-Mitglieder beschäftigt haben soll, wird nicht
       zum Prozess vorgeladen. Der Richter will wohl zum Ende kommen.
       
 (DIR) Der V-Mann und der NSU: Das Rätsel „Primus“
       
       Der NSU-Ausschuss im Bundestag hält die Rolle des einstigen V-Manns, der
       Mundlos beschäftigt haben soll, für dubios. Nun sollen alle Akten her.
       
 (DIR) Beschäftigte ein V-Mann NSU-Mitglieder?: Pflichten eines Spitzels
       
       V-Leute können selbst entscheiden, was sie dem Verfassungsschutz mitteilen
       und was nicht. Das Problem ist eher der Apparat.
       
 (DIR) Beschäftigte V-Mann NSU-Mitglieder?: Bundesanwaltschaft weiß von nichts
       
       Ermittlungen der Behörde haben keine Anhaltspunkte für eine Zusammenarbeit
       ergeben. Zeugenbefragungen hätten keine belastbaren Beweise geliefert.
       
 (DIR) Spitzel beschäftigte NSU-Mann: Die „einzig relevante Quelle“
       
       Ein V-Mann soll Uwe Mundlos beschäftigt haben, der NSU-Ausschuss im
       Bundestag wird aktiv. Der Vorsitzende sieht eine „neue Dimension“ der
       Affäre.
       
 (DIR) Medienbericht zum NSU: Beim V-Mann angestellt
       
       Laut dpa und „Welt“ waren Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bei einem
       Informanten des Verfassungsschutzes beschäftigt. Wieviel wusste der
       Geheimdienst?