# taz.de -- Anwalt über Joachim Herrmann: „Nicht genug frisches Blut“
> David Schneider-Addae-Mensah nannte den bayerischen Innenminister ein
> „wunderbares Inzuchtprodukt“. Der hatte sich zuvor rassistisch geäußert.
(IMG) Bild: Joachim Herrmann muss sich so einiges gefallen lassen
taz: Herr Schneider-Addae-Mensah, sind Sie sicher, dass Herrmanns Eltern
Geschwister sind?
David Schneider-Addae-Mensah: Das müssen sie ja nicht unbedingt sein, damit
es unter „Inzucht“ fällt. Das hängt von der Definition ab. Aber man kann
den Begriff auch in einem nicht-juristischen Sinne verstehen. Ich meine
damit: Der hat einfach nicht genug frisches Blut abbekommen. Ich habe nach
einem adäquaten Konter gesucht.
Einen Konter worauf?
Der Brief war meine Reaktion auf Joachim Herrmanns Auftritt im August bei
„Hart aber fair“. Dort nannte er Roberto Blanco einen „wunderbaren Neger“.
Das wollte ich nicht so stehen lassen. Sicherlich ist „Inzuchtprodukt“ eine
scharfe Bezeichnung. Aber es ist eine angemessene Reaktion. So hat es auch
das Amtsgericht gesehen …
… das Ihnen ein „Recht zum Gegenschlag“ eingeräumt hat. Wen wollen Sie als
Nächstes schlagen?
Schauen Sie nach Osten oder in die AfD: Da gibt es genug potenzielle
Schläger. Man kann deren Aussagen nicht einfach so stehen lassen. Man muss
ihnen Grenzen aufzeigen. Ich beleidige ganz ungern. Nur, wenn ich unbedingt
muss. In der Regel muss ich selbst häufiger Beleidigungen einstecken – vor
allem rassistische. Wenn ich im Zug zum Beispiel angesprochen werde mit:
„Gehen Sie wieder zurück in Ihr Land!“ Das ist sehr verletzend, schließlich
bin ich Deutscher.
Gab es eigentlich eine persönliche Antwort von Joachim Herrmann?
Nein, die gab es nicht. Es gibt einen handschriftlichen Vermerk auf einem
Schreiben seiner Mitarbeiter mit Bitte um Mitteilung, ob Herrmann in dieser
Sache Strafantrag wegen Beleidgung stellen möchte. Herrmann vermerkte: „Ja,
ggf. auch Beschwerde bei Rechtsanwaltskammer“. Die Anwaltskammer hat sich
aber nicht bei mir gemeldet. Viele Querulanten reichen dort Beschwerden
ein, da geben die nicht jede weiter.
9 May 2016
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(DIR) Amna Franzke
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