# taz.de -- Kommentar Reform des Sexualstrafrechts: Selbstbestimmung ja, Rassismus nein
       
       > „Nach Köln“ wird das Sexualstrafrecht verschärft – das ist gut. Doch darf
       > es nicht dazu führen, dass nicht weiße Täter eher verurteilt werden.
       
 (IMG) Bild: Erweitertes Sexualstrafrecht, ein Meilenstein in der Selbstbestimmung von Frauen
       
       Der rechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth
       Winkelmeier-Becker, zufolge soll ein „Nein heißt nein“ nun Teil der Reform
       des Sexualstrafrechts werden. Ein Meilenstein in der sexuellen
       Selbstbestimmung von Frauen.
       
       Auch das sogenannte Begrapschen soll wie geplant zum Straftatbestand
       werden. Eine Form von Übergriff, die bis zur Silvesternacht in Köln kaum
       Beachtung fand. Diese Wahrnehmung hat sich mittlerweile völlig geändert.
       
       Am Wochenende wurden zwei junge Frauen beim Berliner Karneval der Kulturen
       von zehn jungen Männern eingekreist, bedrängt, angefasst und beklaut.
       Berichte von T-Online bis „Tagesschau“ folgten.
       
       So begrüßenswert die Berichterstattung über sexualisierte Gewalt auch ist,
       so sehr hat sie doch ein gewisses Geschmäckle. Die Polizei spricht von zwei
       Tätern „türkischer Herkunft“. Über die anderen sei noch nichts bekannt.
       [1][Unter dem Text zum Vorfall bei Spiegel Online steht, dass die
       Kommentarfunktion abgestellt wurde], da „zu diesem Thema so viele
       unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge“ gepostet
       würden.
       
       ## Asylrecht und sichere Herkunftsländer
       
       Es ist zumeist rassistischer Hass, der sich in Kommentaren über derartige
       Übergriffe Raum schafft. Auch die ersten Konsequenzen der Silvesternacht in
       Köln betrafen nicht die Opfer, sondern die vermeintlichen Täter: Es folgten
       eine Asylrechtsverschärfung und die Einstufung von Marokko, Algerien und
       Tunesien als sichere Herkunftsländer.
       
       Jetzt wird „nach Köln“ die eigentlich logische Gesetzesänderung angepackt:
       die Reform des Sexualstrafrechts. Wichtig wird danach die Anwendung durch
       Polizist_innen in der Beweisaufnahme und Gerichte in der Urteilsfindung
       sein.
       
       Es darf nicht nur dazu führen, dass nun weißen Frauen als Opfer eher
       geglaubt und nicht weiße Täter eher verurteilt werden. Gerade liegt der
       Fokus der Berichterstattung vor allem auf diesen Fällen.
       
       16 May 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/karneval-der-kulturen-maennergruppe-bedraengt-frauen-in-berlin-a-1092504.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katrin Gottschalk
       
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