# taz.de -- Hackerattacke auf Unis: Antisemitische Pamphlete im Drucker
       
       > Kopierer und Drucker spucken wie von Geisterhand rassistische und
       > antisemitische Texte aus. Offenbar sind Unis in ganz Deutschland Opfer
       > eines Angriffs geworden.
       
 (IMG) Bild: Auch die Drucker der Uni Hamburg waren Ziel des Hackerangriffs
       
       Hamburg dpa | Universitäten in ganz Deutschland sind Opfer eines
       Hackerangriffs geworden. Mehrere Hochschulen bestätigten am Donnerstag,
       dass Netzwerk-Drucker und Kopierer wie von Geisterhand rassistische und
       antisemitische Pamphlete ausgedruckt hätten. Betroffen waren den Angaben
       zufolge unter anderem die Universitäten Hamburg, Bonn, Münster, Lüneburg,
       Bremen, Tübingen und Erlangen-Nürnberg. Die [1][Online-Portale] der Funke
       Mediengruppe hatten zuerst berichtet.
       
       „Netzwerkdrucker und Kopierer spuckten wie von Geisterhand rassistische und
       antisemitische Pamphlete aus“, sagte der Sprecher der Tübinger Universität,
       Karl Rijkhoek. Ersten Erkenntnissen zufolge drangen eine oder mehrere
       Personen aus dem Ausland in die Drucker-Netzwerke in Tübingen ein. An der
       Universität habe es am Mittwoch 190 Ausdrucke gegeben, manche Drucker seien
       mehrfach angesteuert worden. Einen vollständigen Überblick gebe es aber
       noch nicht. Die Sicherheitslücke sei mittlerweile geschlossen worden.
       
       Der Rektor der Universität, Bernd Engler, erstattete Anzeige bei der
       Polizei. Das Dezernat Staatsschutz des Polizeipräsidiums Reutlingen
       ermittelt nun wegen Volksverhetzung gegen Unbekannt, wie ein
       Polizeisprecher sagte. Auch in Hamburg wurde nach Angaben eines
       Universitätssprechers Strafanzeige erstattet. „Insgesamt waren zehn Systeme
       betroffen, es wurde jeweils eine Seite ausgedruckt.“
       
       Auf den Pamphleten sei ein Text mit großen Buchstaben in schlechtem und
       fehlerhaftem Deutsch abgedruckt, sagte Rijkhoek. Der Text wende sich gegen
       Menschen jüdischen Glaubens und Menschen, die nicht der „weißen Rasse“
       entsprechen. „Es sind diverse krude Thesen, die teils in Frageform, teils
       in Behauptungen verbreitet werden.“
       
       Ähnliche Texte seien vor kurzem auch an mehreren amerikanischen
       Universitäten aufgetaucht. Laut einem [2][Bericht] der Washington Post
       hatte sich damals ein polizeibekannter, rassistischer Hacker zu den
       Angriffen bekannt.
       
       An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn waren den Angaben
       zufolge die Institute der Asienwissenschaften und Theologie betroffen. An
       der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist eine zweistellige Zahl
       von Druckern gehackt worden. Ein Sprecher der Universität Münster sagte,
       Drucker seien weniger gesichert und daher auch anfälliger für
       Hackerangriffe.
       
       21 Apr 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://xn--Hackerangriff%20%20Uni-Drucker%20spucken%20antisemitische%20Pamphlete%20aus-0k63b
 (DIR) [2] https://www.washingtonpost.com/news/grade-point/wp/2016/03/29/hacker-sends-anti-semitic-fliers-to-network-printers-at-princeton-many-other-colleges/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Hackerangriff
 (DIR) Antisemitismus
 (DIR) Cyberattacke
 (DIR) Universität Bremen
 (DIR) Gedenken
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Datendiebstahl bei 500 Millionen Nutzern: Kein Juhu für User von Yahoo
       
       Bei einer internen Überprüfung wurde der riesige Datendiebstahl entdeckt.
       Kreditkartendaten sollen nicht betroffen sein. Das FBI ist eingeschaltet.
       
 (DIR) Studi-Protest in Bremen: SMS gegen Anwesenheitspflicht
       
       Studierende kritisieren Studienbedingungen, Prüfungsstress und
       Anwesenheitspflicht auf einer mit 500 BesucherInnen schwach besetzten
       Vollversammlung.
       
 (DIR) Gedenk-Streit in Bremervörde: Politik setzt Salomon-Straße durch
       
       Ortsrat von Bremervörde knickt nicht vor Protesten ein: Straßenname soll
       künftig an einem 1939 schikanierten und vertriebenen jüdischen Viehhändler
       erinnern.