# taz.de -- Baustopp in Reichenviertel aufgehoben: Doch Flüchtlingsheim in Blankenese
       
       > Oberverwaltungsgericht hebt den Baustopp für Mini-Siedlung in Hamburger
       > Edel-Stadtteil auf. Bäume dürfen gerodet werden.
       
 (IMG) Bild: Spaßaktion „Blankenese Chainsaw Massacre“
       
       HAMBURG taz | An der Folgeunterbringung für Flüchtlinge im Hamburger
       Edel-Stadtteil Blankenese kann vorläufig weitergearbeitet werden. Das
       Hamburgische Oberverwaltungsgericht hat den von einem Anwohner erwirkten
       Baustopp aufgehoben. Bis zu einer ausstehenden Eilentscheidung des
       Verwaltungsgerichts kann das Projekt also erstmal weiter vorangetrieben
       werden.
       
       Die Stadt hatte in dem Waldstück am Ende einer Sackgasse Ende März den Bau
       von neun Pavillons in Holzständerbauweise für 192 Geflüchtete genehmigt.
       Die dafür notwendigen Baumfällungen hatten Anwohner vor zwei Wochen
       verhindert, indem sie mit ihren Wagen die Zufahrt blockierten und sämtliche
       Bäume zur Fällung markierten, um Verwirrung zu stiften.
       
       Ein Anwohner klagte gegen die Baugenehmigung und erwirkte eine
       Zwischenverfügung, die verhindern sollte, dass auf dem Grundstück
       unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden. Der Anwohner warf der Verwaltung
       vor, die Genehmigungsunterlagen hätten nicht dem Gesetz über die
       Umweltverträglichkeitsprüfung entsprochen und die zusammenfassende
       Bewertung der Umweltauswirkungen sei nicht nachvollziehbar gewesen. Das
       Verwaltungsgericht hielt dem Anwohner außerdem zugute, dass seine Rechte
       als Nachbar beeinträchtigt werden könnten.
       
       Beides hat das Oberverwaltungsgericht nun zurückgewiesen: Die Verletzung
       umweltverfahrensrechtlicher Vorschriften reiche nicht aus, um einen
       Baustopp zu beantragen. Eine Fällgenehmigung für die Bäume sei überdies
       nicht nötig, da es sich um ein Waldstück handele. Dass auf ihn als Nachbar
       zu wenig Rücksicht genommen werde, habe der Kläger nicht geltend gemacht.
       
       Der Antrag auf Baustopp und die Blockade der Baustelle hatten starke
       Gegenreaktionen erzeugt. Dutzende von Aktivisten holzten in einem
       symbolischen Kettensägen-Massaker die Bäume ab.
       
       20 Apr 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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