# taz.de -- Klimafreundliche Klassenfahrten: Jede Menge Angebote
       
       > Inklusive Kochshow zum Thema Bio-Essen: Damit ökologische Schulreisen
       > stattfinden, müssten vor allem Lehrer Interesse zeigen.
       
 (IMG) Bild: Watt-Wanderung in Schleswig-Holstein.
       
       Mit dem Mathe-Leistungskurs nach Madrid oder dem Geografiekurs nach
       Thailand, die Abireise zum Feiern nach Spanien – dass Kinder und
       Jugendliche mit der Schule ins entferntere Ausland verreisen, ist
       mittlerweile der Normalfall. Der ökologische Fußabdruck, den diese Reisen
       hinterlassen, spielt dabei selten eine Rolle, und das selbst an Schulen,
       die sich als Umweltschulen beziehungsweise Agenda-21-Schulen zertifiziert
       haben. Dabei gibt es jede Menge Angebote, sich mit der Klasse auf Pfade zu
       begeben, Gemeinschaftserlebnis, Bildung und Umweltfreundlichkeit unter
       einen Hut zu bringen.
       
       Der [1][WWF,] die [2][Naturfreundejugend] und auch das [3][Deutsche
       Jugendherbergswerk] bieten nachhaltige Klassenreisen an, unter anderem in
       klimaneutralen Häusern und mit einem Kursangebot, das vom gemeinsamen
       Kochen bis zu Exkursionen in die Natur reicht.
       
       Der WWF etwa hat 2015 einen neuen Leitfaden herausgebracht, in dem der
       Schutz des Wattenmeeres, das zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, mit
       Schülerprojektarbeit verknüpft wird: „Watt für eine Klasse(n)fahrt“ ist
       eine Planungshilfe für naturverträgliche Schul- und Gruppenreisen.
       Lehrmaterial zur Vor- und Nachbereitung sowie Tipps für die richtige
       Ausrüstung, Verpflegung und Programmgestaltung sind unter anderem Thema.
       Auch die klimafreundliche Anreise wird thematisiert.
       
       Mit einer Kochshow zum Thema Bio-Essen, einer Ausbildung zum
       Klimabotschafter oder Workshops zum Thema „nachhaltiger Konsum“ versuchen
       die Jugendherbergen Kinder für eine ökologisch bewusste Lebensführung zu
       begeistern. Vor allem Klassen der Sekundarstufe 1 nutzen die Angebote, etwa
       in der Jugendherberge Brilon im Sauerland, eines von sieben klimaneutralen
       Häusern des Verbandes. Hier wurde neulich auch das 25-jährige Jubiläum der
       DJH-Nachhaltigkeitsinitiative gefeiert.
       
       ## Graslöwen Klassenfahrten
       
       „Unsere Stammkunden sind Lehrer, die dafür das Interesse haben“, so Bernd
       Lampe, Referent beim DJH. Der erste Schritt bei der Gewinnung von Kindern
       für das Thema „umweltverträgliches Reisen“ müsste es sein, die Lehrer zu
       interessieren. Dafür fehlen jedoch bislang Bildungsangebote. Ein Leitfaden
       zum Thema „nachhaltige Klassenreisen“, den die Deutsche
       Umweltbundesstiftung schon vor Jahren in Auftrag gegeben hat, ist leider
       nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
       
       Mit den sogenannten Graslöwen-Klassenfahrten hat die Stiftung in
       Kooperation mit dem DJH allerdings ein Bildungsangebot im Gepäck, das sich
       an Grundschulkinder richtet mit dem Ziel, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein
       und Eigeninitiative nahezubringen. Wie man es schaffen könnte, auch ältere
       Schüler für bewusstes Reisen zu sensibilisieren? Die Naturfreundejugend
       versucht das mit sogenannten Zero Impact Camps im Rahmen der Arbeit der
       einzelnen Landesverbände.
       
       Nachhaltige Verpflegung, Unterkunft, Sport oder Reisen sind bei
       Aktionstagen Thema. „Wir gehen auch in Schulen und gestalten einen Tag zum
       Thema Tourismus“, so Sine Schnitzer von der Naturfreundejugend Deutschland.
       Praktisch: Auf der Webseite [4][www.zero-impact-camps] kann man den
       ökologischen Rucksack berechnen lassen. Dabei wird, ohne mit der Moralkeule
       zu kommen, aufAlternativen verwiesen, wie man die anstehende Reise
       ökologisch verträglicher gestalten könnte.
       
       Dabei spielen nicht nur die Anreise oder die Unterkunft eine Rolle, sondern
       auch der Fleischkonsum und das Freizeitprogramm. Auch, wie sich der
       Verbrauch an Ressourcen überhaupt berechnen lässt, wird genau erklärt. Der
       ökologische Rucksack der Madridreise mit dem Mathe-Leistungskurs war
       übrigens bei zehn Teilnehmern 7.800 Kilo schwer. Eine Fahrt nach Rügen
       hätte nur 4.160 Kilo auf die Waage gebracht.
       
       31 Jan 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.wwf.de/
 (DIR) [2] http://www.naturfreundejugend.de
 (DIR) [3] http://www.jugendherberge.de
 (DIR) [4] http://www.zero-impact-camps
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Christine Berger
       
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