# taz.de -- AfD-Demo in Erfurt: 8.000 „Aber-Nazis“ unterwegs
       
       > Was für Dresden Pegida ist, scheinen in Erfurt die Demonstrationen der
       > AfD zu sein. Tausende protestierten gegen die Flüchtlingspolitik.
       
 (IMG) Bild: Dank dafür! GegendemonstrantInnen in Erfurt
       
       Erfurt dpa | Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei haben am
       Mittwochabend in Erfurt erneut mehrere Tausend Menschen, [1][auch
       „Aber-Nazis“ genannt], an einer Kundgebung der rechtskonservativen AfD
       teilgenommen. Die Polizei sprach von 8.000 – das wären so viele wie noch
       nie.
       
       [2][Vor einer Woche waren es rund 5.000.] Die Partei ruft seit einem Monat
       immer für Mittwoch zu Demonstrationen gegen die Asylpolitik der Bundes- und
       Landesregierung auf. Die AfD-Landesvorsitzenden von Thüringen und
       Brandenburg, Björn Höcke und Alexander Gauland, forderten Bundeskanzlerin
       Angela Merkel (CDU) zum Rücktritt auf.
       
       Aufseiten der Gegendemonstranten versammelten sich am Mittwoch vor dem
       Landtag laut Polizei etwa 800 Menschen und damit etwa 300 mehr als in der
       Vorwoche. Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin
       Göring-Eckardt, hielt der AfD am Rande der Gegendemonstration vor, sich auf
       Kosten der Flüchtlinge profilieren zu wollen. „Wir müssen nun Haltung
       zeigen.“ Das Recht auf Asyl sei in der Verfassung verankert, betonte sie.
       Deshalb seien die klaren Worte der Bundeskanzlerin wichtig gewesen.
       
       Die Stimmung war aggressiv; vereinzelt flogen Böller und Steine. Die
       Beamten verhinderten ein Aufeinandertreffen beider Gruppen. Die AfD hatte
       ihre Kundgebung vor der Thüringenhalle begonnen, die in den nächsten Tagen
       als Unterkunft für Flüchtlinge dienen soll.
       
       ## Nächste Woche dann Magdeburg
       
       Höcke sagte in seiner Rede, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei
       „existenziell gefährdet“. Demonstrationen seien das erste Mittel, um sie
       zurückzuerobern. Er warf den Thüringer Landtagsabgeordneten, die sich in
       der Vorwoche den Gegendemonstranten angeschlossen hatten, vor, sie seien
       „Demokratie-Verhinderer“ und ließen sich instrumentalisieren. Die Menge
       rief immer wieder „Volksverräter“ und „Lumpenpack“.
       
       Brandenburgs AfD-Chef Gauland forderte Kanzlerin Merkel auf, sie solle sich
       ein anderes Volk suchen. Den umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten
       Viktor Orban schlug er für den Karlspreis vor. Die Auszeichnung wird seit
       1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen.
       
       In der kommenden Woche will die AfD ihre Demonstration in Erfurt aussetzen
       und stattdessen in Magdeburg demonstrieren.
       
       8 Oct 2015
       
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