# taz.de -- Folgen des warmen Winters: Ein gutes Jahr für Kartoffelkäfer
       
       > In Niedersachsen läuft die Kartoffelernte. Da im warmen Winter viele
       > Knollen im Boden überlebten, konnten sich die Kartoffelkäfer gut
       > vermehren.
       
 (IMG) Bild: Ein Kartoffelkäfer knabbert an einem Blatt.
       
       Hannover/Oldenburg dpa/lni | Hübsch anzusehen, aber unbeliebt: Die gelben
       Kartoffelkäfer mit ihren schwarzen Streifen gab es auch in diesem Jahr
       wieder häufiger. Sie profitierten in Niedersachsen unter anderem von vielen
       Kartoffelknollen, die wegen des warmen Winters in der Erde nicht erfroren,
       wie Dr. Stefan Krüssel, Leiter der Zoologie im Pflanzenschutzamt der
       Landwirtschaftskammer Niedersachsen, sagte.
       
       „Es war kein Problemjahr, aber auch in diesem Jahr mussten
       Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden, weil die sogenannten
       Bekämpfungsrichtwerte mancherorts überschritten wurden.“ Die Grenze seien
       15 Larven pro Pflanze. „Kartoffelkäfer sind häufige Schädlinge bei den
       Kartoffeln, bei Massenauftreten ist Kahlfraß möglich.“
       
       Die [1][aus Nordamerika stammenden Käfer bilden üblicherweise eine
       Generation pro Jahr] – bei passenden klimatischen Bedingungen im Frühjahr
       und Sommer können es hierzulande sogar zwei werden. „Wegen der hohen
       Vermehrungsrate muss der markant schwarz-gelb gestreifte Käfer in manchen
       Jahren bekämpft werden“, so Krüssel.
       
       Dies geschehe mit [2][Insektiziden und auch biologischen
       Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff des tropischen Niembaumes oder
       Bakterien-Präparaten]. Gegen einige Mittel seien die Käfer in den
       vergangenen Jahren resistent geworden, deshalb würden unterschiedliche
       Wirkstoffe eingesetzt. Früher sammelten auf dem Land Schulkinder die Tiere
       ein.
       
       Die Schäden an den Pflanzen werden von den Larven verursacht, nicht vom
       ausgewachsenen Käfer. Die Käfer kriechen im Frühjahr aus dem Boden von
       Kartoffelschlägen des Vorjahres. Die Weibchen legen dann etwa 400 orangerot
       gefärbte Eier an den Blattunterseiten der Pflanzen ab. Der Kartoffelkäfer
       wird nur etwa 15 Millimeter lang. Die Tiere kamen in den 1930er Jahren nach
       Deutschland.
       
       In Niedersachsen läuft die Kartoffelernte bereits. Mit rund 4,9 Millionen
       Tonnen bringen die Bauern im Land fast die Hälfte der bundesweiten Ernte
       ein.
       
       5 Oct 2015
       
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