# taz.de -- Kommentar Zschäpe im NSU-Prozess: Das klingt nach Chaotisierung
       
       > „Etwas“ möchte Beate Zschäpe aussagen. Vielleicht. Große Erkenntnisse
       > brächte das sicher nicht. Das Gericht sollte besser auf Zeugen setzen.
       
 (IMG) Bild: Sie wird sich zu den Kernfragen des NSU-Prozesses sicher nicht äußern: Beate Zschäpe
       
       Nun will Beate [1][Zschäpe im NSU-Prozess also doch sprechen?] Offene
       Fragen, die die Hauptangeklagte – und wahrscheinlich nur sie – beantworten
       könnte, gäbe es in der Tat genug. Wonach wählten die Rechtsterroristen ihre
       Opfer aus? Hatte der NSU Helfer an den Tatorten? Woher kamen all die
       Waffen?
       
       Allein: Es wird dazu keine Antworten geben. Nicht von Beate Zschäpe. Hätte
       die Angeklagte diese Kernfragen beantworten und reinen Tisch machen wollen
       – sie hätte es längst tun können. Stattdessen kündigt sie nun, nach mehr
       als zwei Jahren Verhandlung, an, sich mit dem „Gedanken“ zu tragen, „etwas“
       auszusagen.
       
       Das klingt nicht nach großer Einlassung, sondern eher: Hier geht es Zschäpe
       darum, das Verfahren, dessen Anklage bisher nicht erschüttert wurde,
       zumindest noch zu chaotisieren. Und Gründe für eine spätere Neuaufnahme des
       Verfahrens zu schaffen – mithilfe eines vermeintlichen Zerwürfnisses mit
       ihren Anwälten. Sollte Zschäpe wirklich sprechen, dürfte sie allenfalls
       Randaspekte offenbaren.
       
       Wichtig ist daher, dass die Richter die Ruhe bewahren und die
       Beweisaufnahme ordentlich zu Ende bringen. Am heutigen Dienstag etwa soll
       nochmals ein früherer Weggefährte Zschäpes aussagen. Kay S., einst Neonazi
       in Jena. Er wartete im Prozess bereits mit einer Überraschung auf: So habe
       er 1996 mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt einen Puppentorso an einer
       Schlinge von einer Brücke gehängt mit der Aufschrift „Jude“.
       
       Damals mit dabei: Beate Zschäpe. Das war bisher nicht bekannt. Und würde
       wieder mal beweisen, dass Zschäpe offenbar sehr wohl aktionsorientierte
       Rechtsextremistin war.
       
       Kaum vorstellbar, dass dies die Angeklagte selbst eingeräumt hätte. Das
       zeigt: Die Erkenntnis solcher Zeugenaussagen ist größer als alles, was
       Zschäpe wohl aussagen würde.
       
       23 Jun 2015
       
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