# taz.de -- Internationaler Druck auf Burundi: Wahl um zehn Tage verschoben
       
       > Die Parlamentswahlen in Burundi sollten eigentlich am 26. Mai
       > stattfinden. Präsident Nkurunziza geht auf Forderungen der Opposition ein
       > und verschiebt sie.
       
 (IMG) Bild: Präsident Pierre Nkurunziza ist umstritten. Die Bürger Burundis protestieren.
       
       BUJUMPURA afp | Die für kommende Woche geplanten Parlaments- und
       Kommunalwahlen in Burundi sind um zehn Tage auf Anfang Juni verschoben
       worden. „Die Burundier sind am 5. Juni zu den Wahlen der Kommunal- und
       Regionalparlamente aufgerufen“, sagte Willy Nyamitwe, Kommunikationsberater
       des umstrittenen Präsidenten Pierre Nkurunziza, am Mittwoch.
       
       Der Staatschef habe sich damit einer Empfehlung der Wahlkommission
       angeschlossen und gehe auf Forderungen der Opposition sowie der
       internationalen Gemeinschaft ein, fügte Nyamitwe hinzu.
       
       Zuvor hatte Nyamitwe von einer Verschiebung der Wahlen um eine Woche auf
       den 2. Juni gesprochen. Bei diesem Datum handele es sich jedoch um „das
       Ende der Wahlkampagne“, korrigierte er sich. Keine Angaben wurden dazu
       gemacht, ob auch die für den 26. Juni angesetzte Präsidentschaftswahl in
       Burundi verschoben werden soll.
       
       Das ostafrikanische Land befindet sich seit Ende April in einer schweren
       politischen Krise. Die Polizei ging damals mit großer Härte gegen Proteste
       vor, die sich vor allem gegen Nkurunzizas Kandidatur für eine dritte
       Amtszeit als Staatschef richteten. Nkurunzizas Gegner sehen darin einen
       Verstoß gegen die Verfassung.
       
       Bei gewalttätigen Zusammenstößen wurden mehr als 20 Menschen getötet. Auch
       am Mittwoch setzte die Opposition ihre Proteste fort. Im Stadtteil
       Nyakabiga von Bujumbura, einer Hochburg der Proteste, gingen rund hundert
       Demonstranten auf die Straße. Soldaten feuerten in die Luft, um den Protest
       aufzulösen.
       
       Der internationale Druck auf Nkurunziza, die Wahlen zu verschieben, hatte
       zuletzt zugenommen. Auch die Europäische Union drängte die Regierung in
       Bujumbura zu diesem Schritt. Ähnlich hatten sich die Ostafrikanische
       Gemeinschaft (EAC) und die Vertreter der Region der Großen Seen in Afrika
       geäußert.
       
       20 May 2015
       
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