# taz.de -- Kommentar Sicherungsverwahrung: Sex auch im Knast
> Sexualität gehört zur Menschenwürde. Sicherungsverwahrten den Kontakt zu
> Prostituierten zu gestatten, ist deshalb keinesfalls abwegig.
(IMG) Bild: Nachträgliche Sicherungsverwahrung heißt jetzt "nachträgliche Therapieunterbringung".
Haben die Hungerstreikenden es gefordert oder wurde es ihnen nur in den
Mund gelegt? Die Vorstellung, dass Sicherungsverwahrte im Gefängnis
unreglementierten Frauenbesuch bekommen können, ist jedenfalls nicht so
abwegig, wie Boulevardmedien das finden.
Das Bundesverfassungsgericht hat im Mai klargestellt, dass sich die
Sicherungsverwahrung klar von der Haftstrafe unterscheiden muss. Denn nach
Verbüßung der Strafe werden diese Männer nur noch vorsorglich verwahrt,
weil sie als gefährlich gelten. Sie bringen damit ein Freiheitsopfer für
die Sicherheit der Gemeinschaft. Ihre Lebensbedingungen sollen, soweit es
die Sicherheit erlaubt, an das normale Leben angeglichen werden, so die
Karlsruher Forderung.
Sexualität ist ein Teil der Menschenwürde, sie kann deshalb auch Gefangenen
nicht einfach verwehrt werden. Schon seit längerem gibt es daher
Besuchsräume, wo sich Strafgefangene und Verwahrte mit Ehefrauen und
Freundinnen treffen können und auch Sex haben dürfen.
Die meisten Sicherungsverwahrten sitzen jedoch so lange im Knast, dass sie
kaum noch Beziehungen nach draußen haben. Hier ist es nicht abwegig, auch
den Kontakt zu Prostituierten zuzulassen.
Selbst Vergewaltiger sollten dabei nicht ausgenommen werden. Schließlich
müssen gerade sie, therapeutisch begleitet, den Wert konsensualer
Sexualität lernen.
12 Aug 2011
## AUTOREN
(DIR) Christian Rath
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