# taz.de -- Kommentar Rücktritt in Bremen: Verblödung hat Zukunft
       
       > Eine Politik unterhalb ihrer Ansprüche ist mit der Bremer
       > Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper offenbar nicht zu machen.
       
 (IMG) Bild: Böhrnsens Wunschkandidaten: Hermann Schulte-Sasse und Eva Quante-Brandt
       
       Vor einem Jahr ließ sich Ex-Bürgermeister Henning Scherf (SPD) im Spiegel
       mit der scheinbaren Einsicht zitieren, die große Koalition habe „ein paar
       Lehrer zu viel“ eingestellt – eine krasse Aussage. Denn in Wirklichkeit
       hatte sein Senat für das bundesweit schlechteste numerische
       Schüler-Lehrer-Verhältnis gesorgt.
       
       Wie zynisch diese Diagnose war, lässt Renate Jürgens-Piepers gestriger
       Rücktritt ermessen: Sie hat aufgegeben, weil es ihr zwar gelungen ist,
       derartige Kennzahlen auf einen deutschen Durchschnittswert zu hieven – ein
       Erfolg im Haushaltsnotlageland! – nicht aber auf einen Wert, der den
       Erfordernissen des Zweistädtestaats und von guter Bildung entspräche:
       Inklusion verwirklichen, eine neue Schulform aufbauen, die das stressige
       Gymnasium so alt und muffig aussehen lässt, wie es ist, und den Ausbau der
       Ganztagsschule – das kostet.
       
       Unterhalb dieses Anspruchs – ist Bildungspolitik mit Jürgens-Pieper
       offenbar nicht zu machen. Das ist aller Ehren wert – und es wäre
       angebracht, darüber nachzudenken. Denn Konsolidierungspfad und
       Schuldenbremse haben nur den Sinn, unsere Kinder und Enkel nicht mit
       Schulden zu erdrücken. Bloß: Eine verschuldete, aber gut ausgebildete
       Generation hat durchaus Chancen, aus der Misere zu entkommen. Eine nicht
       ganz so verschuldete, die aber leider verblödet ist, hat dagegen keine.
       
       26 Nov 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Benno Schirrmeister
       
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