# taz.de -- Kommentar zur Flughafen-Kontrolle: Ein Mann, ein Wort, eine Tat?
       
       > Bei allen Versäumnissen als bisheriger Vizechef: Dass Matthias Platzeck
       > jetzt als Aufsichtsratsvorsitzender diese Verantwortung übernimmt,
       > verdient Respekt.
       
 (IMG) Bild: Sein Nachfolger wird es nicht leicht haben: Ex-Flughafenchef Rainer Schwarz.
       
       Entweder das Ding fliegt oder ich fliege“, hat Matthias Platzeck im
       Fernsehen vor Millionen versprochen. Das waren große Worte – und mutige.
       Platzeck hätte sich einen schlanken Fuß machen und anderen den
       Aufsichtsratsvorsitz der Flughafengesellschaft überlassen können. Seit
       Mittwoch hat er den Job, und ihm ist zuzutrauen, dass er als
       Ministerpräsident wirklich geht, wenn er als Chefkontrolleur versagt –
       anders als sein Vorgänger Klaus Wowereit, der Regierender Bürgermeister
       geblieben ist. Bei allen Versäumnissen als bisheriger Vizechef: Jetzt diese
       Verantwortung zu übernehmen verdient Respekt.
       
       Denn Platzeck hätte sich ja bei jenen einreihen können, die nach einem
       unabhängigen Experten als Oberkontrolleur rufen. Er hätte sich auf seinen
       Job als beliebter Regierungschef beschränken können. Dann wäre er 2014
       fraglos wiedergewählt worden – die SPD liegt in Umfragen trotz
       Flughafen-Chaos weit vorn.
       
       ## 5-Punkte-Plan
       
       Mag sein, dass Platzeck auch davon angespornt wird, nach über zehn Jahren
       als brandenburgischer Ministerpräsident zu zeigen, dass er noch mehr kann.
       Dass er auch einen Megastress-Job schafft, anders als den
       SPD-Bundesvorsitz, den er 2006 nach fünf Monaten aus gesundheitlichen
       Gründen aufgab.
       
       Einen 5-Punkte-Plan hat er für seinen Start als Aufsichtsratschef
       vorgelegt. Mehr informieren will er, mit den Organisatoren des
       Volksbegehrens gegen Nachtflüge reden, in seiner Staatskanzlei eine
       Spezialeinheit installieren. Natürlich kann man fragen: Warum konnte er das
       nicht schon als Vizechef? Doch das hilft jetzt nicht weiter. Platzeck hat
       die Chance, diese Versäumnisse wiedergutzumachen. Sonst muss er eben
       fliegen.
       
       16 Jan 2013
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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