# taz.de -- Rechte Szene in Brandenburg: Fremdenfeindliche Gewalt nimmt zu
       
       > Die Zahl der Übergriffe ist 2014 stark gestiegen, meldet Brandenburgs
       > Innenminister. Ein Grund: mehr Flüchtlinge.
       
 (IMG) Bild: Neonazis schlagen häufiger in Brandenburg zu.
       
       POTSDAM (dpa) | Die fremdenfeindliche Gewalt ist in Brandenburg deutlich
       gestiegen. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) führte dies am Montag in
       Potsdam auch auf die zunehmende Zahl von Flüchtlingen im Land zurück. Im
       vergangenen Jahr registrierte die Polizei 46 gewaltvolle Übergriffe, 2013
       waren es noch 26.
       
       Dieser Trend setze sich im laufenden Jahr fort, teilte der amtierende
       Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke mit. „Wir beobachten einen Anstieg des
       Versammlungsgeschehen. Das führt leider auch verstärkt zu
       Auseinandersetzungen im Umfeld“, sagte Mörke. Schröter zeigte sich besorgt
       über die Entwicklung: „Vor allem die rechte Szene versucht, steigende
       Asylbewerberzahlen für ihre Propaganda zu instrumentalisieren und schreckt
       dabei im Zweifel auch vor Gewaltanwendung nicht zurück.“
       
       Insgesamt gab es nach seinen Angaben 108 politisch motivierte
       Gewaltstraftaten (2013: 62) – eine Steigerung über 70 Prozent. 73 Taten
       gingen dabei auf das Konto von Rechts (2013: 45). Schwerpunkte des
       Geschehens bleibt die Lausitz. Neonazis aus der Region sind laut Polizei
       auch bundesweit vernetzt und waren beispielsweise bei
       Pegida-Demonstrationen in Dresden aktiv.
       
       Der Verein Opferperspektive hat für das vergangene Jahr bislang 92 rechte
       Gewalttaten (2013: 85) registriert. Diese richteten sich gegen mindestens
       149 Betroffene, wie die Beratungsstelle mitteilte. Sie sieht ebenfalls
       einen Zusammenhang zu den steigenden Flüchtlingszahlen: „Rassistisch
       eingestellte Durchschnittsbürger fühlen sich ermuntert und werden zu
       Gelegenheitstätern“, sagte Beate Selders von der Organisation.
       
       Zwischen den Zahlen der Behörden und des Vereins gibt es regelmäßig eine
       Diskrepanz. Ein Grund ist, dass die Organisation auch von Vorfällen
       erfährt, die Betroffene nicht anzeigen. Die Zahlen haben sich aber
       erstmalig angenähert. „Das kann daran liegen, dass die Polizei stärker vor
       allem für rassistische Tatmotive sensibilisiert ist und Hinweise darauf
       besser dokumentiert“, erklärte Selders.
       
       Die Statistik der politisch motivierten Kriminalität weist für 2014
       insgesamt eine deutliche Zunahme aus. Laut Behörden stieg sie um 6,6
       Prozent auf 1.903 Fälle (2013: 1.786). Mit 1.281 Fällen lag der Schwerpunkt
       laut Minister weiterhin deutlich im rechten Spektrum. Knapp 45 Prozent der
       registrierten Fälle seien Propagandadelikte.
       
       16 Mar 2015
       
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