# taz.de -- Abkommen zu Bank-Daten: Schweiz und EU wollen tauschen
       
       > Das Schweizer Bankgeheimnis wird voraussichtlich bald Geschichte sein:
       > Erstmals sollen Kontodaten erhoben und der EU zur Verfügung gestellt
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Volle Tresore: Bank in der Schweiz
       
       ZÜRICH/BRÜSSEL rtr | In drei Jahren ist das Schweizer Bankgeheimnis
       endgültig Geschichte. 2017 beginnen die Schweiz und die EU-Länder damit,
       Kontodaten zu erheben und ab 2018 auszutauschen. Auf ein entsprechendes
       Abkommen zum automatischen Informationsaustausch einigten sich die
       Unterhändler der Schweiz und der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel.
       
       EU-Staaten sollen nach Angaben der Brüsseler Behörde jährlich Namen,
       Adressen und Kontodaten von allen EU-Bürgern erhalten, die in der Schweiz
       ein Konto haben. Auf Schweizer Bankkonten lagern mehr ausländische Gelder
       als in irgendeinem anderen Land. Ein Teil davon ist unversteuert. Schon
       seit Jahren machen zahlreiche EU-Staaten und die USA Druck auf
       Steuersünder, Schwarzgelder offen zu legen.
       
       Viele vermögende Deutsche haben inzwischen von der Möglichkeit einer
       straflosen Selbstanzeige Gebrauch gemacht und ihre Gelder auf Schweizer
       Konten deklariert. Die Schweiz peilt auch mit anderen Ländern einen
       automatischen Informationsaustausch an.
       
       Ganz in trockenen Tüchern ist das Abkommen mit der EU noch nicht, denn das
       Schweizer Parlament muss dem Abkommen noch zustimmen. Experten gehen aber
       davon aus, dass die notwendige Mehrheit zustande kommen dürfte.
       
       19 Mar 2015
       
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