# taz.de -- De Maizière will neue Anti-Terror-Einheit: Lücken schließen vor der GSG 9
       
       > Der Bundesinnenminister will eine neue Einheit, um die Lücke zwischen
       > Bereitschafts- und Elitepolizei zu schließen. Kritik kommt von Linken und
       > Polizeigewerkschaft.
       
 (IMG) Bild: Draußen Sonnenfinsternis, drinnen Zwielicht: Thomas de Maizière am 20. März im Bundestag
       
       BERLIN dpa | Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwägt angesichts
       der wachsenden terroristischen Bedrohung den Aufbau einer neuen
       Anti-Terror-Einheit. Diese soll laut einem Medienbericht Teil der
       Bundespolizei sein und die Lücke zwischen Bereitschaftspolizei und
       Eliteeinheit GSG 9 schließen. Das Innenministerium bestätigte am Freitag,
       dass es Überlegungen in diese Richtung gebe. Eine Entscheidung sei aber
       noch nicht gefallen.
       
       Die Bundesbereitschaftspolizei ist vor allem für große Einsätze rund um
       Fußballspiele, Demonstrationen, Staatsbesuche oder Großereignisse wie
       Castor-Transporte zuständig. Auch in den Ländern gibt es
       Bereitschaftspolizeien für solche Aufgaben. Die GSG 9 wiederum ist eine
       Spezialeinheit der Bundespolizei zur Bekämpfung von Terrorismus und
       schwerster Gewaltkriminalität. Auf Länderebene gibt es ähnliche Sonderteams
       wie die Spezialeinsatzkommandos (SEK).
       
       Nach einem Bericht des rbb-Inforadios will de Maizière unterhalb der GSG 9
       weitere Fähigkeiten schaffen, um die Polizei besser für Terroranschläge zu
       wappnen. Im Unterschied zur GSG 9 solle die neue Anti-Terror-Einheit auch
       für normale Polizeidienste herangezogen werden, meldete der Sender unter
       Berufung auf Regierungskreise.
       
       Eine Sprecherin des Innenressorts sagte auf Anfrage der Deutschen
       Presse-Agentur, es gebe verschiedene Überlegungen zur weiteren Aufstellung
       der Sicherheitsbehörden. Die Idee einer neuen Anti-Terror-Einheit sei Teil
       davon. Sie betonte aber: „Es gibt noch keine Entscheidung.“ Einen Zeitplan
       nannte sie nicht. Die Bundespolizei wollte sich auf Anfrage nicht zu dem
       Thema äußern.
       
       ## Kritik von allen Seiten
       
       De Maizière hatte vor wenigen Tagen angekündigt, er wolle angesichts der
       Terrorgefahr Personal und Ausrüstung bei den Sicherheitsbehörden im Bund
       verstärken. Bundespolizei, Bundeskriminalamt und das Bundesamt für
       Verfassungsschutz sollen demnach von 2016 bis 2019 insgesamt 750 neue
       Stellen und 328 Millionen Euro zusätzlich bekommen. Das Innenressort hat
       bislang aber keine Angaben dazu gemacht, wie genau das Geld und die Stellen
       auf die Behörden verteilt werden sollen.
       
       Linke und Grüne forderten das Ministerium auf, im Innenausschuss des
       Bundestages konkrete Planungen darzulegen. Die Linke-Politikerin Ulla
       Jelpke sagte, in Bund und Ländern gebe es bereits ein breites Netz an
       Sondereinheiten. Bevor eine weitere geschaffen werde, sollten zunächst die
       bestehenden geprüft werden.
       
       Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic mahnte, bevor de Maizière über neue
       Einheiten nachdenke, solle er sich besser um ausreichendes Personal bei der
       Bundespolizei kümmern: „Das ist das A und O angesichts der Terrorgefahr.“
       
       Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete die Pläne als verfehlt.
       Stattdessen müssten die Bereitschaftspolizeien besser ausgestattet und
       trainiert werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft begrüßte die Idee
       dagegen. Für eine neue Einheit müsse aber extra Geld und Personal
       bereitgestellt werden. Umschichtungen seien nicht möglich.
       
       20 Mar 2015
       
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