# taz.de -- Körperkameras in Deutschland: Grüne zoomen auf die Polizei
       
       > Sollten auch deutsche Beamte ihre Einsätze filmen, um für Transparenz zu
       > sorgen? Die Grünen sind dafür. Die Polizeigewerkschaften haben Sorgen.
       
 (IMG) Bild: US-amerikanischer Polizist mit einer alles filmenden Kamera an seiner Uniform
       
       BERLIN taz | Der neueste Fall tödlicher Polizeigewalt in den USA hat auch
       in Deutschland eine Debatte um die Ausrüstung von Polizisten mit
       Körperkameras angestoßen. Die grüne Innenexpertin Irene Mihalic zeigte sich
       offen für den Einsatz solcher Geräte: „Ich halte Bodycams grundsätzlich für
       geeignet, in besonderen Einsatzsituationen Beweise zu sichern, die
       ansonsten nicht verfügbar wären, sagte die Bundestagsabgeordnete am Freitag
       der taz.
       
       Allerdings müssten betroffene Bürger im Streitfall auch Zugang zu den
       Videos bekommen. Außerdem sollte der Ton mit aufgezeichnet werden, sonst
       sei das Risiko von Fehlinterpretationen zu hoch. Mihalic, bis 2013 im
       Polizeidienst, verwies zudem auf offene datenschutzrechtliche Fragen, die
       geklärt werden müssten – vor allem Speicher- und Löschfristen.
       
       In North Charleston in den USA hatte ein Polizist einem flüchtenden
       Schwarzen nach einer Fahrzeugkontrolle mehrfach in den Rücken geschossen.
       Der Schwarze starb. Ein Passant filmte die Tat zufällig mit seinem Handy.
       Inzwischen veröffentlichte die Polizei ein zweites Video, das die
       Verkehrskontrolle zeigt, bevor der Beamte schoss. Die Stadt will nun ihre
       knapp 350 Polizisten mit Körperkameras ausstatten, um deren Arbeit
       transparenter zu machen.
       
       In Deutschland laufen bereits in mehreren Städten Modellversuche, bei denen
       Polizisten mit kleinen Kameras auf der Schulter in Einsatz gehen. Die
       hessische Polizei etwa testet seit anderthalb Jahren solche Geräte –
       allerdings zum Schutz der Polizisten vor möglichen Angriffen und zunächst
       ohne Tonaufnahmen.
       
       „Wir glauben nicht, dass es richtig wäre, jeden Polizisten mit einer
       solchen Kamera auszurüsten“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei
       (GdP), Oliver Malchow. Das wäre nicht im Sinne der Bürger. Schließlich
       filme eine solche „Bodycam“ nicht nur den Polizisten im Einsatz, sondern
       auch die Menschen drumherum. Der Gewerkschafter plädierte dafür, zunächst
       die Ergebnisse der Modellprojekte in Deutschland abzuwarten. Auch für
       Malchow geht es nicht darum, die Arbeit von Polizisten zu überwachen. Die
       Kamera solle im Gegenteil potenzielle Angreifer abschrecken.
       
       Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßte ebenfalls die
       Pilotprojekte. Sie hält den Einsatz solcher Kameras nur in problematischen
       Stadtteilen für sinnvoll. Es gebe auch in Streifenwagen längst Kameras, um
       Verkehrskontrollen zu filmen, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt.
       
       10 Apr 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Astrid Geisler
       
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