# taz.de -- Kommentar über Weserburg: Was das Museum braucht
       
       > Der Streit um das Museum Weserburg gewinnt an Unterhaltungswert.
       > Entscheidungen sind nicht in Sicht. Dabei ist klar, was nötig ist.
       
 (IMG) Bild: Direktor Peter Friese mag nicht, wenn Penck beim Sammler überm Sofa hängt. Bei Daniela Rossells Frustrated Prom Queen ist das nicht der Fall
       
       Der Streit um die Zukunft der Weserburg gewinnt immer mehr an
       Unterhaltungswert. Das ist fast das einzig Positive, was sich noch sagen
       lässt. Gewiss: Der sich abzeichnende Verbleib von Museum und GAK auf dem
       Teerhof ist eine sehr gute Lösung. Aber das Schauspiel drumrum ist eine
       Provinzposse.
       
       Der Rücktritt des von der SPD entsandten Stiftungsratsvorsitzenden Klaus
       Sondergeld wäre da nur der nächste – sinnvolle – Schritt. Was das Museum
       auf diesem wichtigen Posten braucht, ist jemand, der sich für Kunst
       interessiert und dem der Erhalt der Weserburg als Museum ein echtes
       Anliegen ist. Und der notfalls dafür streitet, gegen die Stadt, so wie
       einst das Marcks-Haus.
       
       Was die Weserburg noch braucht? Keine weiteren Gutachter, die nur für viel
       Geld abschreiben, was man sich selbst auch gedacht hat. Keine Berater, die
       als Parteifreunde einfach nur ein bezahltes Pöstchen brauchen. Schnell
       einen neuen Direktor, der die guten Ideen von Peter Friese fortsetzt – etwa
       mit Jungen Sammlungen. Und einen Umbau, der nicht wahnsinnig aufwendig sein
       muss, aber einen netteren Empfang schafft und das Studienzentrum für
       Künstlerpublikationen angemessen unterbringt. Wenn dann dafür eine Etage
       vermietet wird – okay.
       
       Die Weserburg, aber auch die rot-grüne Politik haben die nötigen
       Entscheidungen lange verschleppt, bis heute. Die Zeit arbeitet aber gegen
       das Museum. Jetzt muss es endlich mal gerettet werden – notfalls in den
       Koalitionsverhandlungen.
       
       10 Apr 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Zier
       
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