# taz.de -- Trumps Abschaffung der Pressefreiheit: Weißes Haus sucht Reporter künftig selbst aus
       
       > Nachdem Associated Press bereits aus dem Weißen Haus ausgeschlossen
       > wurde, will die US-Regierung nun selbst entscheiden, welche Medien
       > Zutritt bekommen.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump wirft eine Kappe, auf der „Trump Was Right About Everything“ steht
       
       Washington AFP | Die US-Regierung will anders als bisher selbst darüber
       entscheiden, welche Medien Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Reisen
       des US-Präsidenten erhalten. Hierüber werde „in Zukunft das Presseteam des
       Weißen Hauses bestimmen“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses,
       Karoline Leavitt, am Dienstag.
       
       Bisher hatte die regierungsunabhängige [1][White House Correspondents
       Association (WHCA)] über die Zusammensetzung des sogenannten Pools
       entschieden: jener Gruppe von Journalisten also, die aus nächster Nähe aus
       dem Oval Office oder auf Reisen des Präsidenten aus dessen Flugzeug
       berichten.
       
       „Wir werden das Sagen haben“, sagte Trump zu der Neuregelung. Seine
       Sprecherin Leavitt stellte den Kurswechsel als Maßnahme zur
       Demokratisierung dar. „Wir werden die Macht denjenigen Menschen
       zurückgeben, die Ihre Zeitungen lesen, Ihre Fernsehshows ansehen und Ihre
       Radiosender anhören“, sagte Leavitt. Nach ihren Angaben sollen
       traditionelle Medien weiterhin Zugang zum Presse-Pool haben. Berücksichtigt
       würden künftig aber auch „verdienstvolle Medien, die noch nie an dieser
       großartigen Verantwortung teilhaben durften“.
       
       Die WHCA ist eine unabhängige Journalistenvereinigung. Sie wählt seit
       Jahrzehnten aus, welche Journalisten Teil des Pressepools sind, die bei
       Reisen und anderen Veranstaltungen aus nächster Nähe über den Präsidenten
       berichten. Die Nachrichtenagentur AFP ist Teil der WHCA.
       
       ## Associated Press dauerhaft verbannt
       
       Der Präsident der WHCA, Eugene Daniels, erklärte in einer Reaktion auf den
       Beschluss am Dienstag, die Maßnahme untergrabe „die Unabhängigkeit der
       freien Presse in den USA“. Daniels fügte hinzu: „In einem freien Land
       dürfen Anführer nicht in der Lage sein, ihr eigenes Pressekorps
       auszuwählen.“ Auch die Korrespondentin des rechtsgerichteten Senders Fox
       News, Jacqui Heinrich, kritisierte die Neuregelung. „Dieser Schritt gibt
       nicht dem Volk die Macht zurück – er gibt dem Weißen Haus die Macht“,
       schrieb sie im Onlinedienst X.
       
       Der Ankündigung des Weißen Hauses vorangegangen war ein Rechtsstreit
       zwischen der US-Regierung und der größten US-Nachrichtenagentur Associated
       Press (AP). Diese hatte sich geweigert, den [2][Golf von Mexiko, wie vom
       Weißen Haus gewünscht, als „Golf von Amerika“ zu bezeichnen]. AP-Reportern
       wurde daraufhin mehrfach der Zugang zu Terminen des Präsidenten im Oval
       Office verweigert. Mitte Februar wurde die Nachrichtenagentur dann
       dauerhaft aus Trumps Büro und der Präsidentenmaschine verbannt.
       
       AP hatte daraufhin drei Mitarbeiter Trumps verklagt. In ihrer am Freitag
       eingereichten Klageschrift argumentiert die Nachrichtenagentur, dass die
       Verweigerung des Zugangs zum Oval Office und zur Air Force One gegen den
       ersten Zusatz der US-Verfassung verstoße, der die Meinungs- und
       Pressefreiheit garantiert. Am Montag lehnte ein Richter einen Eilantrag von
       AP ab, setzte für den 20. März jedoch eine Anhörung für eine erneute
       Prüfung des Falls an.
       
       26 Feb 2025
       
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