# taz.de -- Papst Franziskus nimmt Stellung: Das Zölibat bleibt, Amen
       
       > Der Vatikan scheut die Lockerung der Ehelosigkeit von Priestern: Die
       > Entscheidung ist ein Rückschlag für die Erneuerung der katholischen
       > Kirche.
       
 (IMG) Bild: Papst Franziskus bewegt sich wenig
       
       BERLIN taz | Mit Papst Franziskus kam die Hoffnung auf, eine echte Reform
       in der katholischen Kirche anzustoßen. Doch nach der [1][Veröffentlichung
       eines Schreibens des Pontifex als Reaktion auf die] Bischofssynode zu
       Amazonien verblasst der Reformschimmer. Im Dokument „Querida Amazonia“
       (Geliebtes Amazonien) verschärft Franziskus zwar seine Kritik an der
       „ökologischen Katastrophe“ im Regenwald und betont die Bedeutung des
       Priestertums in entlegenen Gebieten.
       
       Aber bei den umstrittenen Themen Zölibat und Frauenordination bleibt seine
       Haltung unverändert: Verheiratete Männer in der römisch-katholischen Kirche
       des westlichen Ritus werden weiterhin nicht als Priester zugelassen. Gegen
       den Priestermangel empfiehlt er andere Maßnahmen. Frauen dürfen ihren
       „Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise“ leisten, heißt es, auch in
       Führungspositionen, aber nicht als Priesterin.
       
       Rund 280 Bischöfe, Sondergesandte und Experten nahmen im Oktober an der
       Amazonassynode im Vatikan teil. Zentrales Thema war der Schutz der
       bedrohten Regenwald-Region und der indigenen Bevölkerung nach der von Papst
       Franziskus verfassten Enzyklika „Laudato sí“. Die Entsandten thematisierten
       zudem den Priestermangel und damit die Arbeit der katholischen Kirche.
       
       [2][In ihrem Abschlussdokument zur Synode] sprechen sich zwei Drittel der
       Synodalen für Ausnahmen vom verpflichtenden Pflichtzölibat aus und regen
       die Zulassung von Frauen zum Diakonat an. Zu den deutschen Teilnehmern
       zählte Kardinal Reinhard Marx. Er gilt als Befürworter eines Reformkurses
       in der katholischen Kirche. Am Dienstag hatte Marx jedoch erklärt, sich
       nicht mehr um den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz zu bewerben.
       Experten werten diese Entscheidung auch als Reaktion auf den Vatikan, der
       sich vor Reformen scheut.
       
       ## Traditionalisten sind zufrieden
       
       Die Position des Papstes lässt Traditionalisten natürlich aufatmen.
       Befürworter der Frauenordination und Anhängerinnen der Bewegung „Maria 2.0“
       üben dagegen scharfe Kritik. Der Katholische Deutsche Frauenbund Berlin
       twitterte: „[3][Das päpstliche Schreiben #QueridaAmazonia befremdet auf
       ganzer Linie.]“
       
       Für die Women’s Ordination Conference aus den USA verrät Franziskus mit dem
       Schreiben die Frauen im Amazonas und anderswo. Sie würden dort einen
       erheblichen Teil der Arbeit leisten, hätten aber keine Entscheidungsgewalt.
       Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas
       Sternberg, zeigte sich enttäuscht über Papst Franziskus. „Leider findet er
       nicht den Mut dazu, in den seit 50 Jahren diskutierten Fragen der Weihe
       verheirateter Männer und der liturgischen Kompetenzen von Frauen, echte
       Reformen umzusetzen“, heißt [4][es in einer Mitteilung Sternbergs.]
       
       Papst Franziskus hat den Forderungen der Konservativen erst mal
       nachgegeben. Die Anhänger eines Reformkurses werden dennoch nicht
       verstummen.
       
       12 Feb 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-02/exhortation-querida-amazonia-papst-franziskus-synode-wortlaut.html
 (DIR) [2] https://www.misereor.de/fileadmin/publikationen/schlussdokument-amazonien-synode.pdf
 (DIR) [3] https://twitter.com/KDFB_Berlin
 (DIR) [4] https://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/ZdK-Praesident-Sternberg-bedauert-fehlenden-Mut-zu-echten-Reformen-1305s/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tanja Tricarico
       
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