# taz.de -- Kommunalwahl in Bayern: Gebremster Höhenflug
       
       > Die Grünen haben bei den bayerischen Kommunalwahlen viele Ziele nicht
       > erreicht. Die große Niederlage ist das nicht.
       
 (IMG) Bild: Osgyan hat wie andere Grüne schlecht abgeschnitten, aber die große Niederlage ist das noch nicht
       
       Hätte man Bayerns Grünen nach den Kommunalwahlen vor sechs Jahren erzählt,
       dass sie beim nächsten Mal in Städten wie etwa Rosenheim oder Bamberg mit
       ihren Oberbürgermeisterkandidaten in die Stichwahl gehen und sie diese in
       den Metropolen München, Augsburg und Würzburg nur ganz knapp verpassen, man
       hätte selbst bei den Zweckoptimisten wohl nur ein Kopfschütteln geerntet.
       Und doch war [1][der Sonntagabend], der genau diese Ergebnisse brachte, für
       die Partei ein Abend der Enttäuschung.
       
       Denn 2020 ist nicht 2014. Spätestens seit den Landtagswahlen im Herbst 2018
       bewegen sich die Grünen so beflügelt durch die politische Landschaft, dass
       sie zuletzt im Regelfall nur noch ein paar Zentimeter über dem Boden
       anzutreffen waren. Von dort sind sie nun ein wenig wieder auf die Erde
       heruntergeholt worden. Hinter den eigenen Hoffnungen und den
       Umfrageergebnissen blieben sie deutlich zurück.
       
       Die Zahl der Landräte und der Ersten Bürgermeister wollte man verdoppeln,
       dazu noch mindestens einen Oberbürgermeistersessel besetzen. So lautete die
       selbstbewusst ausgegebene Zielmarke. Theoretisch könnten die Stichwahlen
       noch Überraschungen bringen, doch es deutet alles darauf hin, dass alle
       drei Ziele weit verfehlt werden.
       
       Sogar einer der bisherigen beiden grünen Landräte, Wolfgang Rzehak in
       Miesbach, geht nun gegen seinen CSU-Herausforderer in die Stichwahl – und
       das nicht als Favorit. Und dass [2][Katrin Habenschaden] es in München,
       anders als erwartet, nicht in die Stichwahl schaffte, und Verena Osgyan in
       Nürnberg ganz weit hinter den Mitbewerbern von CSU und SPD landete, muss
       die Partei sehr schmerzen.
       
       Und doch: Die ganz große Niederlage bedeutet dieser Dämpfer für die Grünen
       noch nicht. Denn natürlich gelten für [3][Kommunalwahlen] eigene Gesetze.
       Es sind vor allem Persönlichkeitswahlen, die – gerade in Krisenzeiten – den
       Amtsinhabern in die Hände spielen. Und die Ergebnisse der Stadt- und der
       Gemeinderäte sowie der Kreistage stehen noch aus. Gut möglich, dass sie
       noch ein Trostpflaster für die Grünen bereithalten.
       
       16 Mar 2020
       
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