# taz.de -- Grüne Höfe Pankow: Mahnwache gegen die Gesobau
       
       > Die Rodung der „grünen Höfe“ in Pankow für das umstrittene Bauprojekt der
       > Gesobau ist weiterhin aufgeschoben. Die AnwohnerInnen wollen Wache
       > halten.
       
 (IMG) Bild: Unter der großen Kastanie soll ab jetzt auch die Mahnwache stattfinden
       
       Berlin taz | In den [1][Höfen an der Pankower Ossietzkystraße], wo die
       landeseigene Gesobau zwei Gebäude mit insgesamt 99 Wohneinheiten errichten
       will, hat die [2][Anwohnerinitiative „Grüner Kiez Pankow“] am Montag erneut
       eine Kundgebung abgehalten. Laut Sprecherin Britta Krehl beteiligten sich
       rund 50 Personen. Außerdem würden ab sofort AnwohnerInnen eine Mahnwache
       auf der Freifläche abhalten: „Wir zeigen damit Präsenz und gucken genau
       hin.“ Sollte eine Firma mit der Rodung von Bäumen beginnen, würden die
       NachbarInnen umgehend informiert.
       
       Auch wenn derzeit eine Gerichtsentscheidung die Rodung aufhält, befürchtet
       die Initiative, dass das jeden Tag geschehen könnte. Die Gruppe will bis
       zuletzt dagegen kämpfen: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Bausenator
       Gaebler und seine Verwaltung sich besinnen und auf den vorliegenden
       Kompromiss eingehen“, so Krehl.
       
       Der Konflikt um die Höfe schwelt seit 2018, er begann mit dem Bauantrag der
       Wohnungsbaugesellschaft, den die AnwohnerInnen massiv kritisieren. Ihr
       Argument: Dutzende alter Bäume müssten ebenso weichen wie ein
       Kinderspielplatz. Als das Bezirksamt sich auf ihre Seite stellte und einen
       „Klima-Bebauungsplan“ beschloss, der weniger Versiegelung erlauben würde,
       wichen Senat und Gesobau auf eine Sonderbestimmung zum Bau von
       Flüchtlingsunterkünften aus – und die SPD-geführte Senatsbauverwaltung
       [3][genehmigte das Projekt am Bezirk vorbei].
       
       Eine Reihe von Gerichtsentscheidungen hat den Baubeginn hinausgezögert.
       Ende vergangener Woche [4][gab das Oberverwaltungsgericht einer Beschwerde
       von Naturschutzverbänden statt], es geht um die Frage, ob der Bezirk die
       Rodung wegen unzureichenden Artenschutzes untersagen darf. Sollte der
       Rodungsstopp endgültig aufgehoben werden, könnte schon das jährliche
       Fällverbot (1. 3.–30. 9.) gelten. Dann müsste das Bezirksamt eine
       Ausnahmegenehmigung erteilen – und könnte das Projekt theoretisch ein
       weiteres halbes Jahr ausbremsen.
       
       26 Feb 2024
       
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 (DIR) Claudius Prößer
       
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