# taz.de -- Neuer US-Außenminister Tillerson: Gestern Öl-Boss, heute Top-Diplomat
       
       > Donald Trump hat ExxonMobil-Chef Rex Tillerson zum Außenminister ernannt.
       > Er hat gute Beziehungen zu Russland und sei ein „Weltklasse-Akteur“.
       
 (IMG) Bild: Darf bald in der Außenpolitik herumölen: Exxon-Mobil-Chef Rex Tillerson
       
       Washington afp/rts | Der designierte US-Präsident Donald Trump hat den Chef
       des größten amerikanischen Energiekonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, als
       Außenminister nominiert. „Seine Hartnäckigkeit, große Erfahrung und
       profunde Kenntnis der Geopolitik machen ihn zu einer ausgezeichneten Wahl
       für das Amt des Außenministers“, begründete Trump am Dienstag in einer
       Erklärung seine Entscheidung. Tillerson werde regionale Sicherheit fördern
       und die Kerninteressen der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten in
       den Mittelpunkt stellen.
       
       Tillerson, politischer Quereinsteiger, steht seit 2004 an der Spitze des
       texanischen Ölriesen. Der Konzern ist in mehr als 50 Staaten tätig und
       unterhält besonders enge Geschäftsbeziehungen zu Russland. Im Jahr 2012
       zeichnete der russische Präsident Wladimir Putin den Konzernchef mit dem
       Freundschaftsorden aus. Trump strebt eine Verbesserung der Beziehungen
       seines Landes zu Russland an.
       
       Tillersons Verbindungen nach Russland dürften in den Nominierungsanhörungen
       vor dem Senat eine Rolle spielen. Einige Senatoren der Republikaner und der
       Demokraten hatten im Vorfeld wegen dieser Kontakte Vorbehalte gegen
       Tillerson durchblicken lassen. Ohne Zustimmung des Senats kann der
       64-Jährige nicht Außenminister werden.
       
       Für den diplomatischen Spitzenposten waren auch der frühere Gouverneur von
       Massachusetts, Mitt Romney, New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani und
       zuvor schon Ex-CIA-Chef David Petraeus und der Senator Bob Corker im
       Gespräch. Trump entschied sich nun aber für den Seiteneinsteiger Tillerson.
       [1][In einer Twitter-Mitteilung] hatte der Rechtspopulist den
       ExxonMobil-Chef kürzlich als „Weltklasse-Akteur und Macher“ gewürdigt.
       
       ## Trump twittert ironisch
       
       Auftrieb gab Trump das Ergebnis der Neuauszählung der Stimmen im
       US-Bundesstaat Wisconsin: Der Immobilienmilliardär gewann durch die
       Nachzählung sogar mehr als hundert Stimmen hinzu, wie die Wahlkommission
       von Wisconsin am Montag bekanntgab. Die Grünen-Kandidatin bei den
       US-Präsidentschaftswahlen, Jill Stein, hatte die Neuauszählung beantragt.
       
       „Das Endergebnis von Wisconsin liegt vor und ratet mal – wir haben 131
       Stimmen zusätzlich bekommen. Die Demokraten und die Grünen können nun zur
       Ruhe kommen. Betrug!“, [2][schrieb Trump im Onlinedienst Twitter] dazu.
       Wisconsin ist einer der Staaten, in denen der künftige US-Präsident Trump
       bei der Wahl am 8. November mit knappem Vorsprung vor seiner demokratischen
       Rivalin Hillary Clinton gewonnen hatte.
       
       Stein hatte mit Verweis auf nicht näher erläuterte „statistische Anomalien“
       auch eine Überprüfung der Wahlergebnisse in den Schlüsselstaaten
       Pennsylvania und Michigan gefordert. In diesen beiden Fällen hatten
       Gerichte ihr Begehren gestoppt. Manche Experten meinten, dass die
       Wahlcomputer in einigen Bundesstaaten anfällig für Hackerangriffe gewesen
       seien.
       
       ## Hackerangriffe auf Russland?
       
       Für Aufregung sorgten weiter auch die Vorwürfe des Geheimdienstes CIA,
       demzufolge Russland den US-Wahlkampf manipulierte, um Trump zum Sieg zu
       verhelfen. Der US-Kongress kündigte nun eine parlamentarische Untersuchung
       der mutmaßlichen Hackerangriffe aus Russland an.
       
       Die republikanischen Mehrheitsführer im Senat und im Repräsentantenhaus,
       Mitch McConnell und Paul Ryan, folgten am Montag einem Antrag mehrerer
       Republikaner und Demokraten vom Wochenende. Jede ausländische Einmischung
       in die US-Wahlen sei „vollkommen inakzeptabel“, sagte Ryan. Eine
       Intervention aus Russland sei besonders „problematisch“.
       
       Russland hat eine Einmischung in den US-Wahlkampf zugunsten von Trump
       bestritten. Derartige CIA-Schlussfolgerungen seien „unbegründet,
       unprofessionell und amateurhaft“, hieß es aus Moskau. Trump wies solche
       Berichte als „lächerlich“ zurück.
       
       13 Dec 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/807970490635743237
 (DIR) [2] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/808456602076545025?lang=de
       
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