# taz.de -- Blockade von venezolanischen Öltankern: Warum Trump den Konflikt mit Maduro eskaliert
       
       > Erst Drogen, jetzt Öl: Worum dreht sich der Streit zwischen den USA und
       > Venezuela? Was hat der US-Präsident mit dem Küstenstaat an der Karibik
       > vor?
       
 (IMG) Bild: Auf dem Weg zu einem Briefing zur Situation in Venezuela: US-„Kriegsminister“ Pete Hegseth am Dienstag im US-Repräsentantenhaus
       
       dpa | Es begann mit Videos, die die US-Regierung im Internet postete. Die
       Aufnahmen sollen Angriffe des US-Militärs auf Boote in der Karibik zeigen,
       die Drogen Richtung USA geschmuggelt haben sollen. Die ganze Welt konnte
       die [1][Attacken, bei denen Dutzende Menschen gestorben sein sollen], im
       Netz verfolgen – und es wirkte wie eine Abschreckung. US-Präsident Donald
       Trump sagte dem Drogenhandel auf See den Kampf an. Venezuela rückte dabei
       immer stärker ins Visier. Mittlerweile wirft Trump Venezuela nicht mehr
       allein Drogenschmuggel vor, es geht auch um etwas anderes: Öl.Warum
       streiten die USA und Venezuela überhaupt?
       
       Seit Monaten kocht die Sache immer weiter hoch. Die USA erkennen den
       autoritären Linkspolitiker Nicolás Maduro nicht als Präsidenten des
       südamerikanischen Landes an. [2][Die Wahl 2024] war begleitet von
       Betrugsvorwürfen, landesweiten Protesten und internationaler Kritik.
       
       Maduro geriert sich als unbeugsamer Rebell im Hinterhof der Vereinigten
       Staaten, der der US-Regierung unerschrocken die Stirn bietet. Immer wieder
       wettert er gegen den „Imperialismus“ und zeichnet ein Bild von Venezuela
       als sozialistischem Vorzeigestaat. Auch vor diesem Hintergrund rückten die
       USA den Drogenschmuggel ins Blickfeld.
       
       ## Was hat es mit den Drogen auf sich?
       
       Die USA haben [3][ein großes Drogenproblem]. Sie machen andere Staaten
       dafür verantwortlich, das Land mit Drogen zu überschwemmen. Die
       US-Regierung zog in der Karibik Militär zusammen, darunter das größte
       Kriegsschiff der Welt – ein Flugzeugträger. Es gab tödliche Angriffe des
       Militärs auf Boote mit Menschen, die Drogen geschmuggelt haben sollen.
       
       Kritiker werten das Vorgehen als [4][Verstoß gegen das Völkerrecht], Trumps
       Regierung spricht hingegen von einem legitimen Kampf gegen
       „Drogenterroristen“. Sie wirft Präsident Maduro vor, in Drogengeschäfte
       verwickelt zu sein. Doch seit Kurzem spielt auch Öl eine Rolle.
       
       ## Was ist mit dem Öl?
       
       Vor wenigen Tagen [5][beschlagnahmten die USA einen Öltanker vor der Küste
       Venezuelas]. Maduro wirft den USA vor, es bei der Eskalation des Konflikts
       vor allem auf dieses Öl abgesehen zu haben und einen Machtwechsel in
       Caracas erzwingen zu wollen.
       
       Trump sagte, Maduros Tage als Präsident seien gezählt. Die US-Regierung und
       das FBI hatten die Beschlagnahmung damit begründet, dass das Schiff Teil
       eines illegalen Netzwerks zum Transport von Öl gewesen sei, mit dem
       ausländische Terrororganisationen unterstützt werden sollten.
       
       ## Trumps Rhetorik hat sich verändert
       
       Trump hat nun die US-Militärpräsenz vor der venezolanischen Küste mit den
       Ölvorkommen des südamerikanischen Landes in Verbindung gebracht. Der
       Republikaner schrieb in einem Post auf der Plattform Truth Social,
       Venezuela habe den USA „Öl, Land und andere Vermögenswerte“ gestohlen, und
       forderte die „SOFORTIGE“ Rückgabe. Anfang der 2000er Jahre hatte Venezuela
       Ölfelder verstaatlicht, betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. Es
       folgte ein Streit über Entschädigungen.
       
       Der US-Präsident drohte: Das südamerikanische Land sei von der größten
       Flotte umgeben, die jemals in der Geschichte Südamerikas zusammengestellt
       worden sei. Diese werde weiter anwachsen – bis zu dem Zeitpunkt der
       Rückgabe.
       
       Die venezolanische Regierung verurteilte Trumps „groteske Drohung“ und
       bezeichnete sie als einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht. In
       einer Mitteilung hieß es, Trump habe wieder einmal seine wahren Absichten
       offenbart, sich die Ölvorkommen Venezuelas aneignen zu wollen.
       
       ## Was sind die nächsten Schritte der USA?
       
       Trump verfügte eine „TOTALE UND VOLLSTÄNDIGE BLOCKADE ALLER SANKTIONIERTEN
       ÖLTANKER“, die in Venezuela ein- oder auslaufen. Es könnten weitere Schiffe
       in der Region von den USA beschlagnahmt werden.
       
       Trump bezeichnete das Regime in Venezuela unter anderem wegen des
       angeblichen Diebstahls von US-Vermögenswerten als „AUSLÄNDISCHE
       TERRORISTISCHE ORGANISATION“. Der US-Präsident warf der Regierung Maduros
       vor, sich mit Öl aus „diesen gestohlenen Ölfeldern“ zu finanzieren und warf
       dem Land auch Drogen-„Terrorismus“, Menschenhandel, Mord und Entführungen
       vor. Mithilfe dieser Einstufung könnten die USA versuchen, Einsätze
       rechtlich zu untermauern.
       
       ## Welche Bedeutung hat das Öl für Venezuela?
       
       Mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) verfügt das Land
       über [6][die größten Ölreserven der Welt]. Es handelt sich dabei vor allem
       um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden
       kann. Trotz der enormen Reserven ist die Ölproduktion mit rund 1 Million
       Barrel pro Tag recht niedrig – vor 20 Jahren wurden noch fast 3 Millionen
       Barrel Öl pro Tag in Venezuela gefördert. Verantwortlich dafür sind
       Sanktionen, aber auch Missmanagement.
       
       17 Dec 2025
       
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