# taz.de -- Attacke gegen #MeToo: Lübecks Donald Trump
       
       > „Geht ran, egal, ob ihr Vorgesetzte seid“ verlautbarte der Lübecker
       > Unternehmer Winfried Stöcker mit Blick auf die #MeToo-Debatte. Die Linke
       > erstattete Strafanzeige.
       
 (IMG) Bild: Hat wieder für trumpesken Aufruhr gesorgt: der Unternehmer Winfried Stöcker
       
       HAMBURG taz | Winfried Stöcker hat wieder für Aufruhr gesorgt. Wegen der
       [1][Weihnachtsansprache] des Medizintechnikunternehmers und
       Flughafeninvestors gingen am Wochenende in Lübeck 150 Menschen auf die
       Straße. Jetzt hat die Lübecker Linke [2][Strafanzeige] wegen der
       öffentlichen Aufforderung zu Straftaten erstattet.
       
       Der Medizinprofessor hatte in der Rede, die auf seinem Blog nachzulesen
       ist, gegen die #MeToo-Bewegung vom Leder gezogen: „Wenn sich jemand wegen
       eines beruflichen Vorteils vor einem Filmproduzenten auszieht, ist das
       seine Sache, er ist erwachsen“, schreibt Stöcker. Es sei anzunehmen, dass
       vorwiegend diejenigen aufschreien, „die von der Natur optisch weniger
       vorteilhaft ausgestattet worden sind“.
       
       Den Journalisten sei das Thema willkommen: „Lang und breit bedienen sie den
       Voyeurismus ihrer beschränkten Leserschaft.“ Er fordert seine Belegschaft
       auf, sich ein eigenes Bild zu machen und keiner dummen Zeitung zu glauben:
       „Also glaubt niemandem, außer mir.“
       
       Seine Single-Kollegen fordert er auf: „Geht ran, ganz egal ob ihr
       Vorgesetzte seid, es kommt nur darauf an, dass ihr das Mädchen oder den
       Jungen liebt“. Ein Kollege in führender Stellung habe so gleich zwei
       Familien gegründet.
       
       Katjana Zunft, die Vorsitzende der Lübecker Linken, sieht darin die
       Aufforderung, „durch sexuelle Nötigung eine Partnerin zu finden“. Als
       Rechtfertigung für das Liebeswerben gelte Stöcker „nicht die Einwilligung
       der Beworbenen, sondern die Liebesgefühle des Werbenden“.
       
       Stöcker hatte Ende 2014 für einen Skandal gesorgt, als er sich weigerte,
       sein Jugendstil-Kaufhaus in Görlitz einem Benefizkonzert für Flüchtlinge
       zur Verfügung zu stellen: Er wolle „den Missbrauch unseres Asylrechts nicht
       unterstützen“. Ihm seien so viele Flüchtlinge nicht willkommen. Die
       Menschen müssten sich in ihren Herkunftsländern selbst helfen. Als sich die
       Lübecker Universität von dem „missglückten Interview“ distanzierte, stellte
       Stöcker die Förderung der Uni ein. Sein Unternehmen Euroimmun werde sich
       einen anderen Standort für seine Expansion suchen.
       
       17 Jan 2018
       
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 (DIR) [1] http://www.winfried-stoecker.de/blog/weih2017
 (DIR) [2] http://www.die-linke-luebeck.de/nc/aktuell/startseite/detail/zurueck/aktuell-luebeck/artikel/die-linke-erstattet-anzeige-gegen-stoecker/
       
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 (DIR) Gernot Knödler
       
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