# taz.de -- Wasserstress in Deutschland: Kasse machen mit dem Allgemeingut Wasser
       
       > Verbraucher zahlen deutlich mehr für Grundwasser als Getränkehersteller.
       > Die Organisation Foodwatch prangert Sonderkonditionen für Unternehmen an.
       
 (IMG) Bild: Man glaubt es kaum, aber da ist nicht nur Zucker drin, sondern auch sehr viel Wasser
       
       AFP) Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Sonderkonditionen bis hin zu
       Nulltarifen für Getränkehersteller bei der Wasserentnahme angeprangert:
       „Fast zwei Drittel der Produktionsstandorte der absatzstärksten Hersteller
       liegen in Landkreisen mit ‚Wasserstress‘ – dort ist das Grundwasser von
       Übernutzung bedroht“, erklärte Foodwatch am Freitag. [1][Trotzdem dürften
       Konzerne wie Coca-Cola, MEG oder Refresco, die für große Handelsmarken
       abfüllen], Millionen Liter Wasser für nur wenige Cent pro Kubikmeter
       fördern.
       
       Foodwatch hält es insbesondere für problematisch, dass die Konditionen, zu
       denen Getränkeunternehmen Wasser abpumpen dürfen, oft nicht öffentlich
       einsehbar sind. Die Organisation habe deshalb mehr als 100 Anfragen nach
       dem Informationsfreiheitsgesetz an Behörden gestellt, erklärte sie am
       Freitag. Doch auch so konnte sie nur für 11 von 61 Produktionsstandorten
       genaue Preise in Erfahrung bringen.
       
       Die Fälle, für die Daten vorliegen, sind meist eindeutig: So zahlt
       Coca-Cola in Mönchengladbach 5 Cent pro Kubikmeter Grundwasser. „Die
       Menschen in der Stadt zahlen für einen Kubikmeter Leitungswasser 1,96 Euro
       – fast 40-mal so viel“, erklärte Foodwatch.
       
       Der Mineralwasserhersteller Hassia zahlt für sein Wasser sogar gar nichts –
       die Bundesländer Hessen und Thüringen erheben kein Entgelt für Wasser aus
       eigenen Brunnen. Der Verkaufspreis für Mineralwasser des Herstellers im
       Supermarkt liegt laut Foodwatch bei 1,32 Euro pro Liter. „Die Unternehmen
       machen ordentlich Profit mit dem Allgemeingut Wasser“, resümierte die
       Organisation.
       
       ## Getränkefirmen pumpen Wasser aus trockenen Regionen
       
       Zudem glich Foodwatch die 61 Produktionsstandorte der 15 absatzstärksten
       Getränkeproduzenten mit einer Studie zur Situation des Grundwassers ab. 39
       der Produktionsstandorte für Mineralwasser, Limonade oder Energydrinks
       liegen demnach in Landkreisen, [2][in denen eine Übernutzung des
       Grundwassers droht].
       
       Angesichts immer häufiger auftretender Wasserknappheiten wegen des
       Klimawandels fordert Foodwatch gesetzliche Änderungen wie bundesweit
       einheitliche faire Preise und mehr Transparenz. „Es darf nicht sein, dass
       Getränkehersteller in trockenen Regionen Wasser abpumpen, um Limo und Co.
       herzustellen, während Bürger:innen Wasser sparen sollen.“
       
       6 Nov 2026
       
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