# taz.de -- Warn-Apps in Ukraine und Russland: Achtung, Achtung, hier hackt Ihr Desinformant
       
       > In der Nacht wurden die Apps für Notfall-Warnungen in Ukraine und
       > Russland möglicherweise gehackt. Die Ukraine vermeldet derweil
       > militärische Erfolge.
       
 (IMG) Bild: Sie sind gegen russische Luftangriffe auf korrekte Warn-Apps angewiesen: Schutzsuchende in einer U-Bahn-Station in Kyjiw
       
       dpa/afp/rtr/taz | In der Ukraine und in Russland sind die offiziellen
       Notfall-Apps, die bei feindlichen Luftangriffen dringende Warnungen auf
       Smartphones schicken, nach Behördenangaben gehackt worden. Zunächst wurde
       am späten Sonntagabend in der ukrainischen App unter anderem
       fälschlicherweise vor radioaktiver Strahlung in der Hauptstadt Kyjiw
       gewarnt.
       
       Die App [1][„Air Alert“] sei möglicherweise vom Feind kompromittiert
       worden, teilte die ukrainische Luftwaffe auf Telegram mit: Es bestehe keine
       Gefahr durch Strahlung. Über die App soll zudem auch fälschlicherweise vor
       Angriffen mit chemischen Waffen gewarnt worden sein. Die Bürger wurden von
       den Behörden aufgefordert, nicht auf Links in der Warn-App zu klicken.
       
       In der Nacht zum Montag meldete dann Russland einen massiven Cyberangriff
       auf seine Warn-App, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter
       Berufung auf das Zivilschutzministerium berichtete. Es sei den Angreifern
       gelungen, Falschinformationen an die Bevölkerung zu versenden, hieß es
       weiter ohne Details. Die Webseite des Ministeriums für Warnungen war in der
       Nacht zunächst zeitweise nicht erreichbar.
       
       Die russische Behörde machte keine Angaben dazu, wen sie hinter dem Angriff
       vermutete. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse ließ die Vermutung zu, dass
       es sich um einen ukrainischen Gegenangriff gehandelt haben könnte.
       
       ## „Die Waffenruhe ist beendet“
       
       Unterdessen ist die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten
       südukrainischen Stadt Oleschky vorbei. „Die vom 27. Oktober bis zum 1.
       November geltende Waffenruhe ist beendet“, erklärte der ukrainische
       Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez am Sonntagabend.
       
       Russland hatte nach ukrainischen Angaben eine Verlängerung der Feuerpause
       abgelehnt. Ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter sagte der
       Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend wenige Stunden vor Auslaufen der
       Waffenruhe, das Außenministerium in Kyjiw habe Moskau eine Verlängerung
       vorgeschlagen. „Die Russen wollen nicht“, fügte er hinzu.
       
       Die Feuerpause sollte angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln,
       Wasser und Medikamenten eine Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen
       und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen. Am Samstag waren [2][aus
       Oleschky evakuierte Menschen] über Russland und Belarus im Norden der
       Ukraine eingetroffen und hatten dort ihre Angehörigen wiedergesehen.
       
       Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe evakuierte das ukrainische Militär
       nach eigenen Angaben weitere 167 Menschen aus bedrohten Gebieten der
       südlichen Region Cherson, darunter 22 Kinder und 21 Menschen mit
       eingeschränkter Mobilität.
       
       [3][Die Stadt Oleschky] liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im
       von Russland besetzten Süden der Ukraine. Russland hatte die Stadt 2022
       erobert. Von ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich vor der nun
       erfolgten Evakuierungsaktion noch etwa 2.000 in der Stadt aufgehalten
       haben, jetzt sind es noch etwa 1.000.
       
       ## Ukraine macht gegen Russland Boden gut
       
       Derweil [4][vermeldet die Ukraine Erfolge] am Boden gegen Russland. Die
       Ukraine habe im Oktober mehr Gelände befreit (96,2 Quadratkilometer) als an
       Russland verloren (85,8 Quadratkilometer), erklärte Präsident Wolodymyr
       Selenskyj unter Berufung auf Angaben des Generalstabs.
       
       Der Oktober 2026 sei außerdem der für Russland verlustreichste Monat seit
       Beginn der Vollinvasion im Februar 2022 gewesen, mit 54.400 getöteten,
       kampfunfähig gemachten oder vermissten russischen Soldaten.
       
       2 Nov 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ukrainealarm&hl=en&pli=1
 (DIR) [2] /Frontstadt-Oleschky/!6226407
 (DIR) [3] /Humanitaere-Krise-in-Ukraine/!6217026
 (DIR) [4] https://kyivindependent.com/russia-suffers-record-troop-losses-in-october-its-worst-month-since-full-scale-invasion-ukraine-says/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
       
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