# taz.de -- Chris Brown erneut verurteilt: Gewalttätiger Rapper muss nicht in den Knast
       
       > HipHopper Chris Brown verprügelte bereits Sängerin Rihanna. Jetzt ist er
       > wieder schuldig gesprochen worden. Seine Fans feiern ihn trotzdem.
       
 (IMG) Bild: Chris Brown (Mitte) wurde zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt
       
       Mit einer Tequilaflasche schlägt Chris Brown mehrfach auf Abraham „Abe“
       Diaw ein. Zweimal trifft er den Musikproduzenten am Kopf, dann wird der
       Sänger weggezogen. Das zeigen Aufnahmen von Überwachungskameras eines
       exklusiven Londoner Nachtclubs. Der Richter nennt den Angriff vom Februar
       2023 „gefährlich“ und verurteilt Brown am Montag zu acht Monaten Haft,
       ausgesetzt für ein Jahr zur Bewährung. Der 37-Jährige muss also nicht ins
       Gefängnis. Es ist nicht das erste Mal, dass Christopher Maurice Brown wegen
       Gewalt vor Gericht stand.
       
       Brown war 2005 mit seiner Debütsingle „Run It!“ der Durchbruch gelungen.
       Der 16-jährige begabte Junge aus Virginia wurde [1][Rapper und Tänzer] –
       und ein riesiges Teenie-Idol.
       
       Im Februar 2009, in der Nacht vor der Grammy-Verleihung, schlug der damals
       19-Jährige seine Freundin [2][Rihanna] während eines Streits im Auto. Fotos
       zeigen Rihanna mit Verletzungen an Stirn und Wangen sowie mit
       blutverschmierten Lippen. Brown bekannte sich schuldig. Das Urteil: fünf
       Jahre Bewährung, 180 Tage gemeinnützige Arbeit und ein Programm gegen
       häusliche Gewalt.
       
       Jahre später redet Brown in seiner Dokumentation „Welcome to My Life“ von
       Eifersucht, Streit und gegenseitigen Übergriffen. Rihanna habe versucht,
       ihn zu treten, behauptete er. Daraufhin habe er mit geschlossenen Faust
       „einfach zugeschlagen“. „Es wird mich ewig verfolgen“, so Brown. Nach der
       Verurteilung geriet seine Karriere ins Stocken. 2010 jammerte Brown auf der
       Plattform SayNow, dass viele Radiosender seine Musik nicht mehr spielten.
       Er bat seine Fans, ihm zu helfen: [3][Er sei ein besserer Mensch geworden.]
       
       2013 schlug der Sänger nach einem Streit um ein Foto einem Mann vor einem
       Hotel in Washington ins Gesicht. 2014 bekannte er sich der Körperverletzung
       schuldig. Wegen Verstößen gegen seine Bewährungsauflagen saß er zeitweise
       im Gefängnis. 2016 warf eine Frau ihm vor, sie mit einer Waffe bedroht zu
       haben. 2017 erklärte seine Ex-Freundin Karrueche Tran vor Gericht, er habe
       sie geschlagen und bedroht. Ein Richter erließ eine fünfjährige
       Schutzanordnung. Im selben Jahr soll Brown einen Fotografen in einem Club
       in Florida angegriffen haben. Die Anklage wurde aber 2019 fallengelassen.
       
       ## Vorwurf der Vergewaltigung
       
       Im selben Jahr wurde Brown in Paris wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs
       festgenommen. Eine Frau beschuldigte ihn und zwei weitere Männer, ihr in
       einem Hotel sexuelle Gewalt angetan zu haben. Brown bestritt die Vorwürfe.
       Es gab keine Anklage. In der Dokumentation „Chris Brown: A History of
       Violence“ des Netzweks ID berichteten 2024 mehrere Frauen über
       Misshandlungen. Eine Frau warf ihm vor, sie 2020 auf der Yacht von Sean
       „Diddy“ Combs vergewaltigt zu haben. Browns Anwälte wiesen den Vorwurf
       zurück.
       
       Langfristig schadete all das seinem Erfolg kaum. Brown veröffentlicht
       weiter Alben, füllt Konzerthallen und gewann 2025 für „11:11 (Deluxe)“
       sogar seinen zweiten Grammy. Selbst seine Festnahme im Mai 2025 wegen des
       Angriffs in London [4][führte nicht zu einem Stopp seiner Tournee]. Nach
       einer „Sicherheitsleistung“ von 5 Millionen Pfund kam er aus der
       Untersuchungshaft frei. „From the cage to the stage“ – vom Käfig auf die
       Bühne – schrieb er auf Instagram.
       
       In dem jüngsten Urteil berücksichtigt der Richter Browns
       Schuldeingeständnis, seine berufliche Stabilität und den zeitlichen Abstand
       zu früheren Verurteilungen. Vor dem Gericht jubeln seine Fans dem Sänger
       zu. Es ist ein Bild, das seine Karriere seit Jahren prägt: Die Vorwürfe und
       Verurteilungen reißen nicht ab – aber der Applaus auch nicht.
       
       26 Oct 2026
       
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